#20 „Jens, da blutet noch was!“ – Wie Vornamen im OP Speak-up ermöglichen
Shownotes
Ein kleiner Sticker, eine große Wirkung: Im OP der Universitätsklinik Münster tragen alle Mitarbeitenden ihren Vornamen sichtbar auf der Stirn. Was zunächst banal klingt, verändert die Zusammenarbeit grundlegend: Hierarchien werden flacher, Teams kommunizieren persönlicher und eine aktive Speak-up-Kultur wird gefördert. In der aktuellen Episode des CB-Podcasts spricht Privatdozent Dr. Jens Hölzen mit Dr. Benedict Carstensen darüber, wie aus Namensschildern ein wirkungsvolles Instrument für Wertschätzung, Mitarbeiterzufriedenheit und Patientensicherheit wurde. Außerdem geht es darum, wie Chefärztinnen und Chefärzte ein solches Veränderungsprojekt vorbereiten, Skeptiker einbinden und typische Stolpersteine vermeiden können. Eine kostengünstige Maßnahme mit erstaunlicher Strahlkraft – nicht nur im OP. Jetzt reinhören!
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00:00:05: Level Up Klinikführung – innovative Ideen für leitende Krankenhausärztinnen und Ärzte.
00:00:11: Der Podcast zum CB-Chefärztebrief mit Dr.
00:00:15: Benedikt Carstensen.
00:00:17: Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich dass auch heute sie wieder dabei sind!
00:00:23: Immer mehr Entscheider haben auf dem Schirm das Mitarbeitende die zentrale Ressource in unserer Arbeit in Kliniken sind.
00:00:31: In dem Kontext höre ich auch häufig den Wunsch, gibt es denn da so einzelne Maßnahmen die wir machen können um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern?
00:00:39: und tatsächlich tue ich mich im Normalfall schwer damit pauschalisierbar Empfehlungen abzugeben ohne wirklich den Kontext in einem Krankenhaus zu kennen.
00:00:49: Heute möchte ich aber genau über so eine Maßnahme sprechen die aus meiner Sicht tatsächlich auf viele Häuser übertragbar ist.
00:00:58: Gleichzeitig hat sie viele positive Effekte und ist für viele deshalb auch besonders, weil sie quasi nichts kostet.
00:01:07: Wenn man die Maßnahme auf einen Satz herunterbrechen will dann wäre es so wir führen Namen Schilder mit dem Vornamen im OP ein.
00:01:15: Klingt doch banal oder?
00:01:17: Was soll das schon bewirken?
00:01:19: Heute habe ich Privatduzent Dr.
00:01:21: Jens Hölzen zu Besuch, er ist stellvertretender Klinikdirektor an der Chirurgischen Uniklinik in Münster und war maßgeblich bei der Einführung der Namenschilder beteiligt.
00:01:31: Lieber Jens schön dass du da bist!
00:01:34: Hallo Benedikt, ich freue mich total dabei zu sein!
00:01:37: Jens ich hab ja schon ein bisschen was erzählt.
00:01:40: vielleicht fangen wir mal ganz kurz damit an das Du selbst beschreibst was ihr da eigentlich gemacht
00:01:46: habt.
00:01:47: Die Maßnahme ist eigentlich ganz einfach.
00:01:50: Du hast es ja gerade schon gesagt, das ist ein ganz einfaches Ding.
00:01:53: Wenn wir in den OP gehen dann ziehen uns klassischerweise um haben unsere Funktionskladung an grüne Kassaks, grüne Hosen und die OP-Hauben auf Das was bei uns jetzt als Besonderheit einfach noch mit dazukommen ist.
00:02:06: Wir pinnen uns auf die Stirn unseren Vornamen Nicht mehr und nicht weniger.
00:02:12: Das besondere daran ist dass wir Sticker nehmen die wir letzten Endes mit dem Edding beschriften.
00:02:20: Und die dann aber auch alle unterschiedlich Farb gelabelt und Form gelablt sind, daraus kann man dann letzten Enden Schlüsse ziehen wer das ist und kann sich vor allem ansprechen.
00:02:32: So sind alle Mitarbeiter im OP so einem Sticker versehen und dementsprechend haben Eigentlich eine ganz andere Namenskultur, eine andere Umgebungskultur.
00:02:42: Aber auch eine andere Sicherheitskultur.
00:02:44: Ich freu mich total, dass ihr euch darüber berichten darf.
00:02:46: Bleiben wir vielleicht noch mal ganz konkret bei dem Sichtbaren?
00:02:50: Also ich kenne es ja selber aus dem OP.
00:02:52: gerade wenn man neu ist und nicht jahrelang in dem OP-Trakt war dann erkennt Menschen häufig außerhalb des OP's gar nicht wieder weil man nur die Augenpartie gesehen hat.
00:03:05: Und das bedeutet... Da stehen immer Dynamischilder per Kleber auf der Stirn.
00:03:11: Und?
00:03:12: Der Vorname, richtig?
00:03:14: In der Regel ist es der Vornamen ja.
00:03:16: was macht das dann mit den Leuten im OP?
00:03:18: also Ist es so eine Art
00:03:21: auch
00:03:22: Ja rechtfertigung andere mit dem vornam anzusprechen oder ist Es Auch Eine Einladung?
00:03:28: sprich mich An.
00:03:29: Also
00:03:30: Ich bin selber nun Mal Chirurg.
00:03:32: So ich mach Das Jetzt Seit knapp Dreiundzwanzig Jahren und Das ist genau, wie du es beschreibst.
00:03:36: Also wir kennen die Leute meistens nur anhand ihrer Augenpartien außerhalb des OP's.
00:03:41: Es ist ganz schön schwierig jemanden wiederzuerkennen.
00:03:43: Die Männer, die erkennt man aus der Männerumkleide.
00:03:45: bei den weiblichen Kollegen ist das was ganz anderes.
00:03:50: Das kann durchaus sein dass man die nicht kennt und wir dürfen ja auch nicht vergessen so eine Uniklinik hier ist ein ganz schön großer Verein.
00:03:56: Wir sind zwölftausend acht Hundert Mitarbeiter am UKM Und im OP hat man durchaus auch einen ganz ordentlichen Wechsel.
00:04:03: Das ist mit nicht so, dass es immer die gleichen Köpfe sind sondern das sind immer wieder andere.
00:04:08: Wir haben die Studenten mit dabei wir haben auszubildende Berufsgruppen und wir sind ein großes Hospitationszentrum und ich selber bin nun mal Robotik Chirurg.
00:04:16: Ich mache seit vielen vielen Jahren Robotik.
00:04:18: Wir haben ein großes Hospitalzentrum hier und Teil meines Jobs ist halt normal, dass ich den ganzen Tag an eine Konsole reingucke.
00:04:26: Und wenn ich jetzt in die Konsole reingucke, dann muss ich natürlich irgendwie die Leute in meinem Saal adressieren.
00:04:31: Ich muss sie ansprechen können und das ist gar nicht so leicht, wenn man die denn jetzt gar nicht richtig ansprechen kann!
00:04:36: Man hat zu den Gesichtern und denkt so, er kennt uns doch schon so lange und dann kommst du vielleicht gar nicht mal auf den Vornamen.
00:04:42: und dann kommen solche Sachen wie Hey Du oder sehr gerne genommen bis vor einigen Jahren weil dieser Spruch Hallo Anastasie, also total unpersönlich In der Robotik auch gefährlich.
00:04:55: Wir machen ja mit der Roboter-assistierten Chirurgie fast nur Eingriffe, die sehr komplex sind oder bei sehr komplexten Patienten Und ich habe mich seit vielen Jahren total auf die Speiseröhre, also eine sehr anspruchsvolle Operation, die viele Stunden läuft.
00:05:09: Das heißt, ich muss die Leute im Saal adressieren können auch wenn es vielleicht mal nicht so läuft wie ich mir das vorstelle.
00:05:14: Deswegen muss sich die Menschen ansprechen können.
00:05:16: und dann haben wir quasi in den Niederlanden bei einer Hospitation einmal gesehen dass die Kollegen das in Amsterdam auch gemacht haben.
00:05:22: Wir waren total davon begeistert und haben gesagt okay das müssen wir nach Münster holen super spannend.
00:05:28: Und haben dann einfach mal bei uns... Wir sind ein Campus-Union, das heißt auf unterschiedlichen Standorten verteilt.
00:05:35: Haben jetzt einfach mal in der Chirurgie Gebäude mit den Unfallchirurgen und uns einfach mal angefangen und guckt was passiert?
00:05:42: Das ist ein Rieseneffekt gewesen!
00:05:45: Hätten wir überhaupt gar nicht so eingeschätzt.
00:05:48: denn du kannst auf einmal Leute mit Namen benennen und du fängst an auch Zu dem Du überzugehen, das ist so ein ganz natürliches Ding.
00:05:57: Es gibt nur noch ganz wenige die gesitzt werden wollen, die schreiben tatsächlich dann ihren Nachnamen drauf.
00:06:02: aber wenn da eine Vorname draufsteht und es eigentlich auch die Einladung dass man mich dutzen kann finde ich total wichtig weil das ist ja gerade heute Wenn's auch darum geht mal über Machtmissbrauch zu sprechen oder Zufriedenheit, aber eben vor allem wenn es darum geht um Sicherheitskultur zu beschreiben.
00:06:20: Es ist glaube ich ganz wichtig dass man sich gut unterhalten kann das man speak up fördert Dass man dass es darum Geht sich einfach mit dem Namen anzusprechen und Das ist nicht nur was persönliches sondern das hat eben was auch Mit Kultur zu tun das hat etwas mit Sicherheit zu tun Und das hat was mit Teamgefüge zu tun und das macht Ganz viel mit einem.
00:06:39: Und dann haben wir irgendwann ganz schnell gemerkt, okay, wir können gar nicht dabei bleiben.
00:06:42: Wir hatten Angst, fangst nur die ursprünglichen Disziplinen dabei und mittlerweile sind alle... ...die im OP arbeiten, die tragen das und die Anesthesisten.
00:06:50: Ich habe mal so einen Sticker mitgenommen, die haben beispielsweise die Tragen in Roten.
00:06:55: Wir selber tragen gerne Grün.
00:06:58: Chirurgie steht grün drauf und es gibt genauso welche für OTAs, OP-Flege alles mögliche.
00:07:04: Die Eckigen, das sind immer diejenigen, letzten Endes ausgebildet sind und die Runden sind, die noch in Ausbildung sind.
00:07:11: So kannst du sehr schnell sehen mit wem du was so anstellen kannst und die wissen auch sehr schnell wer ich bin.
00:07:17: Also ich gehe immer davon aus dass mich irgendwie alle kennen aber das ist ja gar nicht richtig.
00:07:21: Das ist der völlig falsche Ansatz.
00:07:23: also fängst an.
00:07:24: Ich finde es spannend gerade wenn man sozusagen mal die Alternative sieht.
00:07:28: Hallo Anastasie Was mir da sozusagen spontan auffällt ist letztlich wird da der Mensch gar nicht gesehen sondern die Rolle.
00:07:37: Man kann es erstmal positiv sehen, du weißt derjenige ist Anästhesi.
00:07:42: Das ist schon mal der erste.
00:07:43: also ich kenne das auch noch anders dass verschiedene Leute im Raum sind und man nicht einmal weiß wer ist wer?
00:07:49: Genau das!
00:07:50: Und wenn man sozusagen mit den Namen schildern dann wirklich kombiniert... Also erstmal diese Menschlichkeit, also den Mensch und die Funktion zusammenbringt Dann kann ich schon was sozusagen auf beiden Seiten machen, auch wenn es jetzt um das Thema wie fühle ich mich wohl?
00:08:04: Wie fühl ich mich wertgeschätzt.
00:08:06: Vielleicht auch vom großen Robotik-Chirurgen oder von dem, den ich früher vielleicht hierarchisch doch deutlich eher so weiter oben angesiedelt
00:08:14: hätte.".
00:08:15: Genau das wollen wir ja nicht mehr.
00:08:17: Wir wollen ja weg von der Hierarchie, wir wissen ja mittlerweile dass die Hierarchies ein Problem darstellt.
00:08:25: Diese Machtunterschiede machen was mit den Menschen und das ist im Zweifel überhaupt nicht förderlich für unsere Patientinnen und Patienten ganz im Gegenteil.
00:08:36: Also so ein klassisches Beispiel, das ist jetzt gar nicht so lange her.
00:08:39: Da kam eine junge Studierende die guckte die ganze Zeit mit mir in die Doppelkonsole, guckten mit rein und sagte irgendwann Jens, guckt mal da vorne oben an der Leber, da ist noch ein bisschen was da blutet.
00:08:50: Da dachte ich nur so boah!
00:08:51: Das ist genau das was ich will... eine Speak-up Kultur.
00:08:55: Ich möchte, dass jeder im Raum sich erstens verantwortlich fühlt für den Patienten.
00:09:00: aber sicher jeder traut was zu sagen weil das ist gar nicht so selbstverständlich heutzutage.
00:09:04: wenn ich jetzt zurück überlege wie es damals war als ich ja bei irgendwelchen Professoren im Raum war der hat das waren so Götter das war etwas ganz besonderes.
00:09:13: Aber die machen natürlich genauso Fehler.
00:09:15: ich hätte mich niemals getraut damals ein Professor oder sowas drauf anzusprechen dass es da vielleicht noch blutet.
00:09:20: und die war in einer völlig natürlichen Situation und sagt, wieso?
00:09:25: Ich hab sofort gesagt, find ich super.
00:09:27: Da ist ja auch ein Problem so rechtlich!
00:09:30: Das ist ein Problem, das müssen wir adressieren.
00:09:32: Und je größer die hierarchischen Unterschiede sind, je größter letzten Endes diese Stufen sind umso größer ist auch das Risiko dass Leute mal eine Klappe halten wenn sie was sehen, dass Leute wegschauen... So.
00:09:46: und das betrifft nicht nur die Medizin sondern es betrifgt den Umgang untereinander.
00:09:51: Wir wissen sehr wohl, dass da durchaus mal getraht wird.
00:09:54: Dass da vielleicht noch einmal gelästert wird und das merken wir jetzt auch.
00:09:58: in diesen Zeiten wo wir uns mit Namen ansprechen können, wo wir viel mehr als Team agieren, wo wie eine Gemeinschaft bilden ist die Kultur des um ganz miteinander ne ganz andere geworden.
00:10:10: Es sind weg von über Andere sprechen sondern wir sind dahin gegangen, dass wir miteinander sprechen.
00:10:17: Es geht nicht mehr darum, über die Anästhesie zu sprechen.
00:10:20: Sondern es geht darum miteinander zu kooperieren und sich auseinander auszutauschen.
00:10:24: Das finde ich super wertvoll!
00:10:26: Und das sieht man auch an einem anderen Beispiel wenn wir morgens Team-Timeout machen.
00:10:29: Es gibt ja so WHO-Sicherheitscheckliste, die müssen wir machen bevor wir anfangen.
00:10:34: Und es war lange Zeit so dass da letzten Endes nur die OP-Flege stand mit dem Anäesthesisten und uns Und auf einmal sind die Kolleginnen und Kollegen der Anästhesiepflege auch ganz selbstverständlich mit dabei.
00:10:49: Wenn man fragt, warum seid ihr da mit dabei?
00:10:51: Das ist der Wart hier vor einigen Jahren ja noch nicht.
00:10:53: Dann kommt ja wir sind doch Teil des Teams.
00:10:54: Genau darum geht es!
00:10:56: Wir wollen speak up weg von der Hierarchie.
00:10:59: Wir wollen das Teamgefühl stärken.
00:11:02: Ich kann dir nur sagen wenn wir jetzt Probleme haben... Wenn es mal blutet, wenn es Stress gibt im OP und natürlich kann's immer so was geben.
00:11:09: Dann können wir das in einer ganz anderen Art und Weise runterarbeiten.
00:11:13: Wir können ganz anders mit Stress umgehen Und ich glaube dass macht ganz viel sowas die Patienten zu nicht nur die Patienten Die merken das hinterher auch aber vor allem wie Mitarbeiter zur Friedenheit angeht.
00:11:24: Das ist ein riesen Faktor denn die gehen am Ende des Tages gehen die Leute nach Hause Jeder wurde gesehen denn jeder wurde mit vornamen angesprochen von einer Wertschätzung erfahren und wir haben auch dadurch die Möglichkeit uns besser auszutauschen, also auch Kritik mal zu äußern.
00:11:41: Das heißt ich erlebe jetzt viel häufiger dass Leute auch zu mir kommen sagen du das eine möchte das andere möchte noch ansprechen und das ist doch worum es uns gehen muss ein miteinander.
00:11:50: das klappt nur indem wir auch auch mal uns kritisieren und das geht besser wenn man sich mit Namen ansprechen kann.
00:11:57: Aber ich finde es total schön, dass du sozusagen wirklich auch genauso erlebst und das ihr euch sozusagen in der Richtung einfach weiter und weiter entwickelt.
00:12:05: Ich würde gerne nochmal fragen... Das war ja viel bisher so subjektive Wahrnehmung die Du hattest!
00:12:14: Kannst du da irgendwie noch was so Objektivierbares zu sagen?
00:12:18: Also habt ihr irgendwie Mitarbeiterbefragungen vorher nachher gemacht, habt ihr Sicherheitsereignisse euch angeguckt, habt die irgendwas wirklich so analysiert.
00:12:28: Weil man fragt sich ja schon ist das jetzt eine Art Handlung aus Überzeugung weil man einfach davon ausgeht es ist besser?
00:12:37: oder ist es auch einfach so?
00:12:38: Persönlichkeit von den Leitungspersonen Die einfach sagen, so möchten wir leiten und das setzen wir um.
00:12:45: Da würde mich noch interessieren für andere die vielleicht auch... Denken auch, das wäre was für mich.
00:12:50: Aber ich bräuchte noch so ein bisschen Futter damit ich es auch wirklich durchsetzen
00:12:53: kann.".
00:12:54: Also wir haben Mitarbeiterbefragungen gemacht sind jetzt gerade dabei auch die nächste Publikation diesbezüglich wieder auf den Weg zu bringen.
00:13:02: eine erste hatte Alexander Bungert schon dazu aus unserem Team veröffentlicht und da sieht man einen ganz klaren Effekt was die Zufriedenheit der Mitarbeitenden angeht was die Akzeptanz angeht.
00:13:14: Und klar, daran sieht man auch, dass es durchaus Leute gibt die sich damit nicht so wohl fühlen.
00:13:22: Es gibt auch bedenkträger, das darf man nicht vergessen.
00:13:24: Man sieht schon, dass von den Mitarbeitenden sehr begrüßt wird und ja... Ganz überragende Anteil findet das toll, ist bereit es weiter zu machen auch mit weiterzuentwickeln.
00:13:38: Viele sehen das als sicherheitsrelevanten Teil und es ist eine absolute Mehrheit sehen dass das Team-Timeout beispielsweise deutlich sorgfältiger durchgeführt wird weil man nämlich eine Verbindlichkeit hat dadurch dass man sich mit Namen kennt.
00:13:55: Und all diese Effekte, die du jüngst ja auch veröffentlicht hast.
00:13:59: Das sind Dinge, die wir genauso sehen konnten wie wir letztlich auch im Rahmen eines Papers einmal niederschreiben konnten.
00:14:06: und so im Hinblick also zwei Gedanken.
00:14:10: erstmal das erste wäre Jetzt gibt es natürlich unterschiedliche Abteilungen, die vielleicht auch mehr oder weniger dafür geeignet sind.
00:14:17: Es gibt auch Fachgruppen, denen man vielleicht eine gewisse Nähe zu Distanz- oder zur Hierarchie unterstellen mag.
00:14:24: Die Chirurgien gehört dazu.
00:14:26: Viele die Chirurgen kennen gelernt.
00:14:29: Ich sag mal ihr seid jetzt keine... ...perdiatrische Abteilung auf dem Land?
00:14:34: Richtig ja!
00:14:35: In einem perfernen Haus.
00:14:38: Ihr seid eine universitäre Chirogie
00:14:41: So,
00:14:42: das heißt viele Zuhörer und Zuhöhrerin werden wahrscheinlich denken, gerade da würde es doch vermutlich schwierig sein.
00:14:49: Also kommen wir vielleicht mal zu den Bedenkenträgern.
00:14:54: gab's bestimmt.
00:14:55: ich meine ihr seid alle gestandene Männer und Frauen die da im OP langjährig sind
00:15:02: also letztlich
00:15:03: zwanzig fünfundzwanzig Jahre sozialisiert wurden.
00:15:06: Ich gehe erst durch den Schlamm und irgendwann himmel'n mich alle an Übertrieben formuliert, aber du weißt was ich mein.
00:15:14: Das geht ja nicht von heute auf morgen?
00:15:16: Nein, nein!
00:15:17: Also wir haben hier einen großen Vorteil gehabt.
00:15:19: Wir haben uns ja im Jahr zwei tausend achtzehn quasi als das Ordinariat neu besetzt wurde ja alles neu zusammengefunden.
00:15:27: Wir haben riesenglück mit unserem Direktor Professor Pascher.
00:15:32: Das erste was er damals eingeführt hatte war wie die ganzen Titel kommen erstmal weg.
00:15:37: Er ist ein extrem moderner Mann mit Visionen, der wirklich einen sehr, sehr modernen Führungsstil hat und der dazu wegkam, dass wir uns im Hörsaal zusammensetzen mit einer hierarchischen Stufung sondern alle an einem Tisch.
00:15:56: Dann sind die Namensschilder letzten Endes verschwunden bzw.
00:15:59: das sind die namens Titel, die ganzen Professoren-Titel und wie sie alle heißen?
00:16:03: Die sind auch verschwundert.
00:16:04: also wir brauchen keine Titel wenn wir miteinander umgehen.
00:16:06: für die Patienten ist vielleicht was anderes aber untereinander brauchen wir keine Titeln.
00:16:10: Auch die pflegekräfteten sprechen uns in der Regel nicht mit Titel an sondern in den allermeisten Fällen bis auf ganz wenige Ausnahmen sogar mit Vornamen.
00:16:18: Das ist eine ganz normale Situation.
00:16:20: Wir wollen hier im UKM ohnehin weg vom Sie, sondern wir wollen zum Du, zum professionellen Du.
00:16:26: Wir sind nun mal auch in der Universitätsklinik also eine Forschungseinrichtung.
00:16:30: das heißt bei den Forschenden sagt man i du Ja, also auf alle Fälle haben wir uns zwei Achtzehn neu formiert.
00:16:37: Wir sind von unterschiedlichsten Uni-Kliniken ja Experten und Experten letztendlich zusammengekommen.
00:16:42: das haben wir als Riesenschance gesehen dass wir uns komplett neu aufbauen Dass wir diesen Kulturwandel mitgehen, dass wir interdisziplinär miteinander mehr und mehr arbeiten und dass wir vor allem aber auch interprofessionell mehr um mehr miteinander arbeiten.
00:16:53: da gibt es verschiedenste Formate Und wir machen regelmäßig sogenannte Teamboards, alles Mögliche, um die Leute, die unterschiedlichen Professions zusammenzubringen.
00:17:04: Aber das Allerwichtigste ist erst mal der Umgang miteinander und es passiert in der Regel, indem man sich ansprechen kann.
00:17:10: Man kann in so einem großen Laden einfach nicht erwarten dass einen alle kennen und ich kann auch nicht alle kennen.
00:17:13: Und so wichtig ist, dass wir uns mit Namen ansprechen und was adressieren können.
00:17:17: So ist das letztlich entstanden.
00:17:18: aber klar!
00:17:19: Da gab's natürlich einige, die sagten Ich brauch zwei Schüler einmal mit meinem Professor-Titel und dann kommt mein Nachname da drauf.
00:17:27: Und am Anfang, als wir das Ganze dann aufs gesamte UKM übertragen haben gab es natürlich auch den einen oder anderen der das ein bisschen als Spaß gesehen hat.
00:17:36: Dann stand da mal Superman drauf oder irgendwie sowas.
00:17:39: aber so was regelt sich in der Regel immer von alleine wenn du so eine siebzigprozentige Atterenzquote hast und die machen mit, dann wird das nämlich irgendwann als Albern angesehen und es wird als unangenehm angesehen, wenn jemand ohne Schild rumläuft.
00:17:56: Das kann ja immer mal sein, dass das abgenommen wird.
00:17:59: Wenn die Kollegen aus der Orthopädie oder Unfallchirurgie die Röntgen schürzen haben und sie fangen an zu schwitzen, dann ihr das runter fällt oder so was?
00:18:06: Dann nehmt es das ab oder sowas.
00:18:08: Keine Frage!
00:18:09: Aber da sind auch einige dazu übergegangen sterile Sticker zu nehmen ihren Vornamen draufzuschreiben um sich das auf den Brust zu pinnen.
00:18:15: Einfach aus diesem Gefühl heraus.
00:18:17: ich bin nicht richtig bekleidet wenn der Namenssticker fehlt.
00:18:22: Ihr habt auch aktiv in Kauf genommen, dass es einigen missfällt und die sich deshalb eventuell auch umorientieren.
00:18:30: Ja, haben wir schon.
00:18:31: Wobei man sagen muss dass das in der Regel ja die also Wir sind.
00:18:35: wir haben erst mal dafür geworben Indem wir das ja hier als Pilotprojekt durchgeführt haben.
00:18:40: dann sind wir in die anderen Kliniken gegangen.
00:18:42: Andres Pasha unser direkter war da extrem engagiert hat in den einzelnen Abteilungen dafür geworden und konnte Abteilung für Abteilungsletzten.
00:18:51: eines Gewinn und so denke ich Machen sehr viele jetzt mit alle.
00:18:56: das wirst du nie schaffen.
00:18:58: Darum geht es auch gar nicht, sondern das was wir erreichen wollen ist dass in den Köpfen was passiert.
00:19:03: Wir wollen diesen Wechsel, dass man sich anders anspricht!
00:19:05: Wir wollen den Wechsel das man speak up erwünscht erlaubt.
00:19:09: Jungs diese Diskussion vom Deutschen Ärztetag hat uns einfach noch mal so richtig wach gerüttelt.
00:19:16: natürlich haben wir in Deutschland in diesem System gerade in dem Kliniken auch echt noch Machtmissbrauch und dagegen müssen wir angehen.
00:19:23: das können wir nicht tolerieren.
00:19:28: Erste Schritt dafür ist, dass man gut miteinander kommuniziert.
00:19:31: Und ich glaube schon einige Krankenhorrester oder auch Abteilungsleitungen wünschen sich einen anderen Umgang miteinander wie man miteinander spricht und sowas kann man halt nicht per Degret verordnen mit so dieser sehr umschriebenen Aktion mit Namenschilder im OP.
00:19:52: das ist schon eine Sichtbarmachung der Art und Weise wie man wünscht, dass Menschen sich ansprechen.
00:19:59: Hätte natürlich auch schiefgehen können hätte auf mehr Widerstand also noch mehr Widersstand treffen können.
00:20:08: aber irgendwie hat es dann bei euch eben... Offensichtlich.
00:20:11: Ja und nicht nur bei uns, ne?
00:20:13: Also wir sehen es ja.
00:20:14: die Kolleginnen und Kollegen Heidelberg haben das ja dann auch irgendwann mal übernommen mit der Aktion Hey Du Bei uns heißt es Powerful First Name.
00:20:22: also man kann sagen dass man gesiezt werden will ist gar nicht darum geht's gar nicht Mal aber Es soll schon.
00:20:27: Wir möchten schon zu dieser Du-Kommunikation Wir Möchten Mit Uns Mit Vornamen Ansprechen.
00:20:32: Das Ist Das Worauf Ästen reagieren seit Kindheit an.
00:20:36: Das ist ja auch wie gesagt, das ist nicht nur ein Kulturding sondern es ist auch ein Sicherheitsding und darum geht's uns ja auch.
00:20:43: Und wir sehen bei Kolleginnen und Kollegen jetzt in Berlin an unterschiedlichen anderen Standorten also das kommt ja überall sind das jetzt so Einzelprojekte die sich dann auf einmal dort total bewähren?
00:20:54: Die Rückmeldungen sind immer die gleichen.
00:20:58: Das passt in diese Zeit und wir müssen was machen, um von diesen alten Hierarchiestrukturen wegzukommen.
00:21:03: Wir müssen dazu kommen dass wir einfach gerne miteinander arbeiten das wir uns gerne austauschen aber dass wir auch eine Sicherheitskultur haben mit der wir auch letzten Endes auch mal Kritik üben oder auch mal sagen nein das will ich jetzt nicht.
00:21:19: Vielleicht an dieser Stelle nochmal wenn wir hier über Hierarchien sprechen sprechen wir vor allem über Hierachien Entscheidungen, also medizinische Entscheidung und vor allem Kommunikation betrifft.
00:21:30: Die Hierarchien... Also diese fachlichen Hierarchie, dass jemand der tausendmal die Operation gemacht hat das besser kann und dass jemand beibringen kann, der das fünfzig mal macht.
00:21:39: Das ist uneingeschränkt wird auch von niemandem sozusagen als schlechte Hierarchienein geschätzt.
00:21:43: sondern die Hierarchi auf die wir uns gerade beziehen ist so bisschen ich nenn's mal die Kuchenkrümel-Hierarchie.
00:21:50: In der Kommunikations v.a.
00:21:52: in der Wertung.
00:21:53: Ich bin wichtig du bist unwichtig oder Ich fühle mich unwichtig, weil die Art und Weise wie du mit mir sprichst oder wie sie mit mir sprechen einfach mir ein schlechtes Gefühl gibt.
00:22:03: Also das so bisschen zum Klappziehen.
00:22:06: Und das siehst Du ja an so vielen Ecken?
00:22:10: Das ist ja etwas...das ist in dieser Medizin auch über viele Jahre fast schon gefördert worden.
00:22:18: Man kann durch die Art und Weise, wie man etwas anordnet, diese Hierarchie aufbauen.
00:22:28: Es gibt so viele nonverbale Möglichkeiten jemanden quasi auf eine niedrigere Stufe zu setzen.
00:22:34: Und das ist alles irgendwie ... Versorgungsrealität vorbei.
00:22:39: Das ist nicht mehr zeitgemäß, dass wir zwischen den Geschlechtern unterscheiden.
00:22:45: Es ist nicht Zeit gemäß, dass man irgendwelche Witze macht in dem Bereich und damit können wir auch nicht mehr die jungen Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen dieses Fach reinzukommen.
00:22:56: Denn das wird nämlich von vielen tatsächlich als Grund genannt weshalb sie nicht in ein chirurgisches Fach wollen Weil sie dann einfach das Gefühl haben, da laufen diese alten chauvinistischen Typen rum.
00:23:08: Die die ganze Zeit nur irgendwelche... ich übertreibe mal sexistische Witze machen.
00:23:13: Das wollen wir nicht wegdiskutieren.
00:23:14: Das war viele Jahre so aber das gehört weg!
00:23:16: Ich war letztes Jahr auf einem Chirurgenkongress und da war tatsächlich auch die ganze zeit des Themas.
00:23:22: Die Chirurgie hat ein Imageproblem.
00:23:25: Und das Imageproblem ist halt nicht nur Image, sondern wirklich die Empfindung von Dingen und Atmosphären.
00:23:32: Sachen, die passieren, wie du es nennst, nicht mehr zeitgemäß sind.
00:23:36: Schrägstrich einfach den Ansprüchen der aktuellen Zeit nicht gerecht werden.
00:23:41: Ja absolut!
00:23:44: Wenn du jetzt chirurgischer Leitender Oberarzt oder Chefarzt in einer anderen chirurgischen Abteilung wärst... Und hast Lust, das irgendwie einzuführen.
00:23:54: Weil du denkst, stimmt!
00:23:56: Das fehlt bei uns.
00:23:57: Irgendwie hab ich den Eindruck die Jungen trauen sich nicht auf irgendwas hinzuweisen.
00:24:02: Eigentlich möchte ich auch dass sie sich mehr einbringen und so weiter... Wie würdest Du vorgehen?
00:24:06: Du bist ein Chef-Arzt.
00:24:07: Du sagst ja, Du willst es jetzt machen.
00:24:09: So, und
00:24:10: jetzt?!
00:24:10: Also ...das Rad Neuer finden ist auf keinen Fall gut.
00:24:14: Es ist immer gut wenn man sich an die Leute wendet, die das schon durchgeführt haben.
00:24:19: Ich weiß von den Kollegen und Kollegen in Heidelberg, dass die ganz resibülmäßig Hospitationen anbieten.
00:24:23: Wir machen das genauso.
00:24:25: Also wer auch immer uns Besuch möchte ist ganz herzlich willkommen!
00:24:30: Da sind teilweise ganze Delegationen, die kommen.
00:24:33: manchmal kommen auch nur einzelne Personen.
00:24:35: aber wir sind da total offen und wir freuen uns über jede Klinik die bereit ist mit uns diesem Weg zu gehen diese bereit ist diesen Kulturwandel voranzutreiben Und dementsprechend ist wirklich jeder herzlich willkommen und da darf man auch wirklich hinter alle Türen gucken.
00:24:49: Man darf mit allen Menschen sprechen, man bekommt nicht nur irgendwelche Leute die dann nur auf unangeschränkt für sind und wir möglich hier auch grundsätzlich immer die Möglichkeit mit denen zu sprechen, die bei uns auch Skeptiker sind.
00:25:00: Das gehört mir dazu und ich glaube das es extrem wichtig ist dass man das sehr gut vorbereitet macht, dass man eben raus bauen ohne dass man die Leute darauf vorbereitet.
00:25:09: das wird scheitern.
00:25:11: Man braucht eine gute Unternehmenskommunikation, man muss was bebildern und sowas.
00:25:16: Also das sind alles so Dinge die muss man mitbeachten einfach mal los schießen Das geht nach hinten los da sind wir alle von überzeugt das ist ne Sache dies ja auch über Jahre letztlich bei uns gereift
00:25:26: aber
00:25:27: es jetzt nicht mehr wegzudenken.
00:25:29: Was gehört alles in so eine Vorbereitung rein?
00:25:31: Welche Fragen sind die die man sich stellen muss?
00:25:35: Also es geht los mit dem Betriebsrat.
00:25:37: Das sind tatsächlich schon mal die ersten, ich hätte nicht gedacht, die sind sofort mit dabei aber das waren als erstes erstmal die Bedenkenträger.
00:25:44: Das ist ja auch Teil der betriebsrätlichen Kultur irgendwo und das verstehe ich auch.
00:25:49: Die haben aber sehr schnell erkannt okay wir gehen alle mit Und von denen kamen unter anderem die Idee, Mensch wollen wir nicht die Rundenschilder irgendwie für diejenigen nehmen, die noch in Ausbildung befindlich sind.
00:26:01: Teiltoll weil man mich dadurch dann auf einmal auch wieder ganz neue Aspekte mit reingenommen hatte, die wir selber so gar nicht gesehen haben.
00:26:07: Es war dann hinterher ein großes Anliegen der Auszubildenden als auszubildende erkenntlich zu sein um nicht die ganze Zeit die ganze Last zu tragen sondern auch um zu demonstrieren Achtung ich lerne noch!
00:26:21: Ich darf Fehler machen So, das war das eine.
00:26:25: Und dann war es extrem wichtig natürlich auch von vornherein die anderen Leitungen, Klinikleitung mit hinzuziehen.
00:26:31: Wenn die komplett mitgemacht hätten, dann hätten wir uns auch nicht zu diesem Pilotprojekt letztlich durchregend sein.
00:26:37: Das waren wirklich ein wichtiges Anliegen.
00:26:39: aber die haben alle gleich gedacht muss man sagen und Unisono gesagt kommen lass uns das mal ausprobieren.
00:26:45: Und dann, was man wie gesagt auch wirklich guter verbraucht ist.
00:26:48: Man braucht eine Art Kommunikation, eine Art Management, was sich darum kümmert, denn man muss gewährleisten dass dieser Prozess die ganze Zeit hält.
00:26:56: Einmal Aufkleber bestellen funktioniert nicht!
00:26:58: Denn wenn jetzt in irgendeiner Art und Weise ein Aufklebern mal ausfällt, verbrauchtes... ...ne Rolle leer ist und da kommt nichts nach Dann wird das sehr schnell dazu führen, dass man wieder einen alten Faltensmuster zurückkommen kann.
00:27:12: Wie lieft es bei euch?
00:27:14: Ja, das ist genau das Ding.
00:27:16: Auch da haben wir gesehen also der Sticker alleine macht es nicht sondern man braucht beispielsweise... Also wir haben große Poster vor der Tür wenn's in den OP reingeht.
00:27:26: Dein Beitrag, dein Name steht da beispielsweise drauf wo alle nochmal aufgefordert werden sich entweder ein Sticker auf die Stirn oder hier oben wenn man nichts direlles halt auf die Brust zu setzen.
00:27:37: klar das ist natürlich auch für den einen oder anderen am Anfang erst mal bisschen komisch und das sieht so ein bisschen aus wie bei irgendwelchen Spielen So ein Schild auf den Kopf hast.
00:27:45: Aber das wurde interessanterweise auch sehr schnell beantwortet, die OTAs haben sehr schnell gemerkt wenn ich das Schild nicht direkt auf der Stirntrage in der Mitte sondern ganz bisschen versetzt dann wird es schon schick.
00:27:57: kein Mensch weiß warum war aber eine gute Sache haben wir mitgemacht von mir total toll.
00:28:02: wo die das Ding hinterher tragen ist da spielt gar keine Rolle.
00:28:06: und ganz klar also die hatten alle die Möglichkeit auch ihre Nachnamen darauf zu schreiben.
00:28:11: Aber alle hören irgendwie bereit, den Vornamen da draufzusetzen.
00:28:15: Das ist ja eine Freiwilligkeit!
00:28:16: Das war übrigens auch wichtig für den Betriebsrat.
00:28:18: Dass es eine Freiwilligkeit hat.
00:28:21: Funktioniert aber nur mit so einer Atorensquote.
00:28:24: wenn siebzig Prozent mitmachen dann trägt sich das.
00:28:27: Wenn das sind hier nur ein zwei Leute sind Dann wird das sehr schnell lächerlich und das muss man unbedingt vermeiden weil dann geht das ganze System nach hinten los.
00:28:35: Gibt's noch was anderes?
00:28:37: was ich bei euch gezeigt hat, was irgendwie noch so eine Art Fallstricke hätte sein können.
00:28:41: Wo ihr aber irgendwie das geschafft habt, irgendwie zu umgehen?
00:28:45: Ja, erklärt.
00:28:46: Oder was vielleicht
00:28:47: auch Fallstrik war und euch Monate zurückgeworfen hat ja.
00:28:52: Man muss sagen also diese Kleber werden von einem Träger abgezogen und das ist manchmal so dass sie sich lösen könnten.
00:29:01: Das war tatsächlich fast so ein Fallstreck, weil wir gemerkt haben wenn die Dinger runterfallen und die fallen uns womöglich ins OP-Gebiet dann wird es sogar gefährlich.
00:29:09: Das dürfte auf keinen Fall passieren.
00:29:11: Und in der Tat war's dann so dass wir dann angefangen haben bei denjenigen die bisschen mehr schwitzen wo das nicht so richtig gut hielt dann noch zusätzlich einen durchsichtigen Klebestreifen darauf zu setzen.
00:29:22: Das mussten aber erstmal lernen hat aber gut funktioniert.
00:29:26: Jetzt muss man aber auch sagen, wir sind durchaus davon überzeugt dass man auch in die nächste Stufe gehen könnte.
00:29:32: Also an und für sich würden wir uns wünschen wenn wir unsere OP-Hauben vielleicht mal tauschen könnten von diesen Papierhauben zu den Stoffhauben So wie man es aus England kennt, aus Amerika kennt.
00:29:44: Aus ganz vielen anderen Ländern kennt.
00:29:45: das ist aber hier so mit der Hygiene gar nicht so leicht in Einklang zu bringen.
00:29:50: Es gibt einige Krankenhäuser in Deutschland da ist das Hygienetechnisch möglich.
00:29:54: bei uns ist es auch nicht möglich und dann muss man sich natürlich auch irgendwo Alternativen suchen.
00:29:59: also jetzt als Chefarzt oder Leitender Oberarzt du hast die Idee Dann suchst du dir sozusagen erstmal Verbündete wie häufig bei jedem Change Projekt oder jeder neuen Idee Gehst du ein bisschen in den Austausch, guckst dir die potenziell kritischen Gruppen an.
00:30:15: Die man sozusagen auch gewinnen muss.
00:30:17: Sprichst mit denen?
00:30:18: Du kannst nicht alle überzeugen!
00:30:21: Vor allem geht es um die Leute, die so ein bisschen ambivalent damit unterwegs sind.
00:30:26: Die kannst du kriegen weil das ist immer so dass egal welchen Changeprozess du hast, du hast ja immer so ungefähr zwanzig dreißig Prozent sind total nach vorne orientiert.
00:30:36: Die kriegst du sowieso.
00:30:37: Und dann gibt es aber auch diejenigen, die so total konservativ sind.
00:30:42: Die Bedenkenträger und dann gibt's die Leute dazwischen, die ein bisschen diese ambivalente Stimmung haben.
00:30:47: Die musst du mitpacken!
00:30:48: Und du musst einen Teil dieser Bedenkteträger letzten Endes davon überzeugen und musst denen mit Argumenten kommen.
00:30:56: Dann kannst du die überzeugen.
00:30:57: Aber du kannst nicht vermeiden dass da zehn Prozent sagen naja das lähne ich hab.
00:31:02: Der letzte ist letztlich Change Management einfach an alles denken, rollen verteilen und sicherstellen.
00:31:09: Richtig!
00:31:09: Ja und du musst Zwischenevaluation machen.
00:31:12: das ist wichtig.
00:31:13: also man muss mit Evaluationen, muss man den Leuten schon verdeutlichen erstens wir sind noch dabei.
00:31:18: zweitens wir demonstrieren euch jetzt mal wie gut es euch darunter geht Und manchmal ist das ja den Leuten gar nicht so bewusst.
00:31:25: Das ist wie Ausbildung in der Chirurgie, du kannst es still machen und davon erstmal ausgehen dass die Leute, die du da ausbildest, dass sie merken, dass Sie ausgebildet werden?
00:31:36: Das war dann nicht effektiv, das wissen wir mittlerweile, sondern man muss den Leuten sagen, gestern bist Du ausgebilt worden!
00:31:41: Dir in die Teile der Operation haste gemacht, das war dein Job.
00:31:45: So, und dann gehen die mit einem ganz anderes Gefühl letzten Endes daraus und nehmen das wahr.
00:31:49: Und das ist genau das Gleiche hier in dieser Situation.
00:31:52: Du musst den Leuten schon auch klipp und klar sagen, vor einem Jahr gab es noch so Sprüche wie Hallo Anäste Sie.
00:31:58: Das machen wir nicht mehr!
00:31:59: Vor einem Jahr hatten wir die Situation, dass vielleicht nicht alle Berufsgruppen zum Team-Time Out kam.
00:32:06: Und das ist ausführlich durchgeführt wurde – und vor einem Ja hatten wir vielleicht noch nicht die Situation -, dass sich jeder getaut hat etwas zu sagen.
00:32:14: Und das musst du natürlich auch den Leuten verdeutlichen, denn die müssen diesen Benefit spüren und nicht alles ist immer direkt so unmittelbar spürbar.
00:32:23: Ja schön also Erfolgebild nennen
00:32:26: richtig
00:32:27: wenn wir jetzt mal über die Chirurgie hinaus schauen gucken auf internistische Fächer oder nicht internistisch nicht chirurgisch kleinere fächer die jetzt nicht des Konzept OP haben sondern Station vielleicht Sprechstunden und so weiter.
00:32:44: Was ist denn deine Einschätzung inwiefern, die ein ähnliches Konzept irgendwie machen könnten oder nicht?
00:32:54: Und ja was sind deine Gedanken dazu?
00:32:57: Ja also das kann man ziemlich genau letztlich festlegen... Also man kann erstmal sagen alle profitieren natürlich immer davon wenn sie einen Namen schild tragen.
00:33:07: Da sehen wir auf den Normalstationen kaum jemand, der Mitarbeitenden hat keinen Namen stillen.
00:33:12: Das finde ich auch gut.
00:33:13: Einige haben das Ding so verdeckt dass man sich sehen kann.
00:33:16: Das ist tatsächlich schlecht.
00:33:17: daran muss man arbeiten, das muss man den Leuten noch letztlich widerspiegeln.
00:33:20: aber am Ende sind vor allem die Bereiche wo es um Sicherheitsrelevanz geht, wo es darum geht schnelle Entschneidung zu treffen wo es darum geht, dass Patienten vital gefährdet sind.
00:33:32: Da sind immer diejenigen Bereiche, die als erstes davon profitieren wenn man das umsetzt.
00:33:37: Das heißt Erzkatheter jeder Form von Notaufnahme.
00:33:44: All diese Bereiche profitieren.
00:33:46: Wenn gleich mal natürlich auch bedenken muss, klar wenn ich jetzt in der Notaufnahme meinen Namen irgendwo exponiert trage oder sowas dann kann das natürlich auch von den Patientinnen und Patienten komisch aufgefasst werden.
00:33:58: Muss man klar benennen.
00:34:00: Und wenn die jetzt bei uns beispielsweise eingeschleust werden zu OP, dann sehen sie ja auch die Namen schon.
00:34:05: Das heißt also von uns bekommen alle immer, bevor sie eingeschlaust werden, die Informationen nicht wundern.
00:34:10: wir tragen gleich unseren Namen auf der Stirn und das ist Teil unserer Sicherheitskultur und ich sage es dir, es gab noch keinen einzigen Patienten der gesagt hat, äh das ist ja komisch sondern egal wer hat immer gesagt okay sprich für ein gutes Team, sprich dafür dass die Prozesse funktionieren.
00:34:26: Prozesse geht, wenn es um Sicherheit geht.
00:34:27: Wenn es um Geschwindigkeit geht und das Leben der Patienten geht dann sind das vorrangig die Bereiche, die total davon profitieren.
00:34:35: Im Schockraum beispielsweise waren jetzt auch mehr und mehr Funktions- und Namensaufkleber, die sind meist ein bisschen größer aber das ist ja nicht so schlimm.
00:34:43: Die Tatsache dass wir sie auf den Stirn tragen ist nur deshalb weil wir im OP steril angezogen sind und einfach nur als unsterele Fläche letztlich dem Bereich unterhalb unserer Knie haben.
00:34:54: Da kann man etwas sehen, wenn die Schuhe beschriftet sind das hilft keinem Es geht einfach nur oberhalb des Halses und da ist nun mal das Gesicht Das was man am ersten anguckt.
00:35:04: Aber im Schockraum
00:35:06: etc.,
00:35:07: das ist immer gut Und wir sehen es übrigens jetzt auch schon aus.
00:35:11: dem Rettungsdienst kennt man's ja nicht anders Und jede Pilotin und der Pilot trägt auch riesen dicken Namen.
00:35:18: Also, wenn ich überlege meine Notarzt-Jacke das war damals auch so ein Riesenschild.
00:35:23: Ich habe es da immer noch hängen oder liegen.
00:35:25: Extrem gerne Notarzen gefahren.
00:35:26: Deswegen fand die Idee einfach gut weil auch da ist es ja genau so.
00:35:30: du arbeitest als Team in einem sicherheitsrelevanten Bereich und dann kannst du davon profitieren.
00:35:35: Jetzt denkt vielleicht der eine oder andere aber Dutzen dich dann auch die Patientinnen und Patienten oder den Anästhesisten, oder die Anäesthesistin?
00:35:45: Alle anderen duzen mich hier.
00:35:46: Ja ist in der Tatsache jede Putzfrau jeder Pferdner ich werde komplett von allen geduzt.
00:35:52: Das ist aber auch völlig in Ordnung.
00:35:53: Ich habe da gar kein Problem mit.
00:35:54: es gibt den einen und andere findet das nicht gut.
00:35:56: er macht das mit einem sieh Aber das akzeptiere ich auch darf ich nichts gegen.
00:36:00: aber ich fahre jetzt seit drei zwanzig Jahren mit dem Du.
00:36:02: extrem gut Ich hab keine Probleme aus meiner Sicht mit irgendwelchen.
00:36:14: Ich muss immer Vorbildfunktion haben.
00:36:16: Ich möchte, dass die Leute am Ende des Tages sagen ja das hat der Jens richtig gemacht und Das kann man nachahmen.
00:36:23: so das muss ja mein Anspruch sein Und dafür brauche ich bräuchte kein sie.
00:36:28: es hat Immer so funktioniert aber überhaupt keine Angst.
00:36:34: meine frage vorher war ein bisschen auch darauf bezogen Dass wenn jetzt Namenschilder mit dem Vornamen dahängen, dass die so sagen Patientinnen und Patienten einladen auch das du oder die Duansprache zu wählen.
00:36:50: Passiert kann wahrscheinlich auch daran liegen, dass ich jetzt schon die fünftiger Marke geknackt habe quasi per se schon jetzt ein bisschen älter aussehe, aber ich weiß von vielen Kolleginnen und Kollegen die deutlich jünger sind dass denen das beispielsweise auch überhaupt nichts ausmacht sich mit Patientinnen und Patienten zu gutzen.
00:37:09: Also ich habe es tatsächlich eigentlich immer versucht zu vermeiden.
00:37:14: Das klappt auch, ich würde mal sagen wirklich neunneunzig Komma Neuen Prozent der Fälle.
00:37:18: aber ich brauche jetzt auch nicht irgendwie meine Titel oder irgendwas genannt haben sondern es reicht einfacher Hölzchen oder sowas.
00:37:24: also da fahre ich schon locker mit.
00:37:27: Ich glaube das machen die Patienten aber auch in den Regeln nicht so.
00:37:30: Die wissen immer noch in welcher Rolle man ist.
00:37:33: Sie wissen dass es Teil eines Teams einer Teamkultur ist Aber sie wissen natürlich auch dass sie gerade gar nicht diesem Team angehören Sondern dass sie nur von diesem Team profitieren.
00:37:42: Ja spannend was du da quasi schon so ich nenn's mal rein interpretierst, was total nachvollziehbar klingt.
00:37:51: Das häufig läuft ja ganz viel auf einem unterbewussten Level bei Patientinnen und Patienten oder bei uns allen.
00:37:58: Ja spannend!
00:37:59: Ja Jens ich bin total begeistert sozusagen von dem Was?
00:38:05: ihr gemacht habt, auch von dem wie ihr es gemacht habt.
00:38:09: Auch von dem warum ihr das gemacht habt.
00:38:11: also das große Ganze.
00:38:13: wir müssen hin zu einer anderen Kulturkultur wo mehr Sicherheit und letztlich auch die Patientinnen und Patienten dann wirklich ja fast bedingungslos in den Vordergrund gestellt werden weg vom eigenen Ego hin zur Patientensicherheit, Patientenversorgung und so weiter.
00:38:31: Und das ist schon spannend weil es ja einfach viel Energie ist die da reingeht.
00:38:35: Das stimmt auch!
00:38:36: Das ist viel Arbeit.
00:38:36: aber was hat sich gelohnt?
00:38:38: The power of the first name.
00:38:40: Jens vielleicht ein letzter Satz von dir noch an die Zuhörerinnen und Zuhöerer
00:38:45: Ja sehr gerne.
00:38:46: also ich kann einfach immer wieder nur Motivierendes zu machen.
00:38:50: das ist aus unserer Sicht ein Gamechanger gewesen Und es profitieren wie gesagt nicht nur die Patientinnen und Patienten durch die sicherlich höhere Sicherheit.
00:38:59: Die kann man vielleicht nicht so richtig gut messen, nicht aktuell, nicht akut, nicht so ütelbar.
00:39:05: Das ist eher etwas was man mit der Zeit wahrscheinlich erst so messen wird.
00:39:08: aber Es führt einfach dazu, dass die Teams anders miteinander arbeiten.
00:39:13: Ich glaube es ist zeitgemäß weil wir mit mehr und mehr Mitarbeiter übernahmarbeiten Leihkräfte haben Studierende wechseln.
00:39:21: man darf nicht vergessen das man jetzt auch im Rahmen der Chirurgie ganz anders ausgebildet wird.
00:39:26: durch die kranken Strukturen Formen sind wir gezwungen zu rotieren.
00:39:30: Das heißt man kann gar nicht seine gesamte Weiterbildungszeit in einem Haus machen Man muss wechselnen, man muss hin zum Verbund kommen Und wenn wir in diesen Verbünden zusammen besser miteinander umgehen, intern in den Kliniken besser miteinander Umgehen interprofessionell arbeiten.
00:39:45: Da macht es nicht nur viel Spaß sondern wir können auch die Mitarbeitenden halten.
00:39:50: Wir haben einen Magneteffekt.
00:39:52: Wir sind in der Lage ein Team aufzubauen und in diesem Team zu arbeiten und dann mit dem Gefühl einer Wertschätzung abends nach Hause zu gehen.
00:39:58: Ich meine was willst du denn mehr?
00:39:59: Also ein ganz kleiner Sticker, leichte kleine Maßnahme die super günstig ist mit einer Riesenwirkung.
00:40:08: Ich kann einfach nur dafür werben.
00:40:11: Super Jens!
00:40:12: Vielen lieben Dank für deine Zeit und auch dein Brennen für das Thema.
00:40:17: Sehr gerne.
00:40:18: Ja liebe Kolleginnen und Kollegen Ich hoffe, Sie gehen ein bisschen inspiriert und vielleicht auch motiviert aus diesem Podcast raus.
00:40:27: Es gibt doch noch die vermeintlich kleinen Dinge, die große Wirkung haben können!
00:40:32: Ich danke Ihnen fürs Zuhören und hoffentlich bis zum nächsten Mal!
00:40:36: Machen sie es gut!
00:40:53: dem Online-Portal
00:40:54: zum CB-Chefärztebrief.
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