#18 "Druck erzeugt Diamanten" – oder den Burnout? Skisprung-Legende Sven Hannawald im Talk

Shownotes

„Unter Druck entstehen Diamanten“ – ein Satz, den fast jeder Chefarzt schon einmal gehört hat. Doch was passiert, wenn die Grenze zwischen Höchstleistung und totaler Erschöpfung verschwimmt? In der neuen Episode von Level Up Klinikführung spricht Dr. Benedict Carstensen mit einer Legende des Spitzensports: Sven Hannawald. Er erreichte das Unmögliche und zahlte einen hohen Preis. Im Gespräch ziehen Hannawald und Carstensen Parallelen zwischen der Welt des Skispringens und dem Hochdruckgebiet Krankenhaus: Warum hören wir die Warnsignale unserer „inneren Stimme“ oft erst hören, wenn es zu spät ist? Warum ist Perfektionismus sowohl Treiber als auch Gefahr? Wie schaffen Chefärzte als Führungskraft eine Kultur schaffen, in der mentale Gesundheit kein Tabu, sondern eine Ressource ist? Hören Sie jetzt rein und erfahren Sie, warum man ohne Pause zwar Weltmeister werden, aber nicht Weltmeister bleiben kann.

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00:00:04:

00:00:19: Liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zur heutigen Folge des Podcasts Level Up Klinikführung.

00:00:26: Wir alle arbeiten in der Medizin in einem Umfeld, indem wir ständig bemüht sind die beste Lösung für unsere Patientinnen und Patienten anzubieten!

00:00:36: Das ist für uns komplett selbstverständlich und unser Anspruch, der ist natürlich für Patientinnen und Patienten sehr gut.

00:00:43: Gleichzeitig bedeutet er aber auch dass wir uns ständig selbst unter Druck setzen und damit auch unsere Abteilung.

00:00:51: heute möchte ich darüber sprechen was das Problem an diesem Druck ist wie wir selbst mit dem Druck umgehen können und wie wir auch unsere Teams schützen können.

00:01:02: Dafür habe ich einen Gast aus dem Spitzensport eingeladen einer Parallelwelt, in der ebenfalls gigantischer Leistungsdruck herrscht und scheinbar nur Ergebnisse zählen.

00:01:14: Ich freue mich heute Skisprung-Legende Sven Hanawald begrüßen zu dürfen!

00:01:18: Lieber Sven, schön dass du da bist!

00:01:21: Hallo ich freue mich sehr, bin uns sehr gespannt!

00:01:24: Sven, ich finde es wirklich super, dass du dir heute die Zeit für uns nimmst... Du warst Absoluter Spitzensportler, wurdest Olympiasieger wiederholt Skiflug-Weltmeister.

00:01:36: Zwei Tausend zwei zum Sportler des Jahres in Deutschland gewählt und ich habe noch mal nachgeschaut du hattest doppelsoviel Stimmen wie Diaknowicki und dreimal so viel wie Oliver Kahn.

00:01:46: Wow!

00:01:47: Wie viel Leistungsdruck hattet du damals als aktiver Sportler?

00:01:52: Und wie hast Du den Druck damals

00:01:54: empfunden?!

00:01:56: Ich glaube von außen betrachtet kommt jeder schnell oder meint jeder schnell drauf zu kommen, dass der Druck von Außen natürlich immens war.

00:02:04: Aber ich muss wirklich für mich selber zugeben das ist schon von klein auf immer derjenige war der die Latte höher gelegt hat als alles was drum herum passiert.

00:02:11: aber vom Grunde her war ich für mich eigentlich der Treiber der mich immer wachgehalten hat der nach dem nächsten Erfolg direkt weiter wollte und das nicht als das Zwaas jetzt gesehen hat.

00:02:24: Und somit habe ich mir selber schon immer die Hürden hochgelegt und bin relativ früh dann auch für mich selber damit klar gekommen, wie ich damit umgehe?

00:02:33: Du hast schon so ein bisschen differenziert einmal Druck von außen, einmal Druck vorhin.

00:02:37: So nenne ich es mal also der von Außen mit Fernsehpublikum vielleicht auch Sponsorengelder auf der anderen Seite sozusagen eine Art Persönlichkeitsausprägung nach immer mehr, immer besser.

00:02:53: Was war schlimmer?

00:02:56: Oder was hat mehr Druck auf dich ausgeübt.

00:02:59: Also dies ist vielleicht dann auch nach einem Wettkampf keine Ruhe zu haben, das ist so ein bisschen das Ungewöhnliche, was dich dann auch ein bisschen einbremst.

00:03:08: aber da gehst du ja dein Alltag nicht weiter durch den du gewohnt warst sondern du adaptierst ihn an die neue Welt und das hieß für mich dass ich natürlich jetzt ... wo ich vielleicht normal dann nach dem Wettkampf oder wenn ich zu Hause war, mich frei bewegt habe.

00:03:21: Zuhause in dem Ort, wo ich gewohnt hab, hat dann bedeutet das sich einfach dann eher mehr an meiner Wohnung geblieben bin.

00:03:27: Das ist dann irgendwo... Dann hast du auf der einen Seite mehr Ruhe aber irgendwie ist es auch nicht so eine Abwechslung weil du dann immer nur die Schanzen hast oder deine Wohnung.

00:03:35: Aber das war am Ende des Ergebnisses.

00:03:37: Ich wollte jetzt nicht irgendwas aufrühren dass ich sage, ich möchte keinen Fan sehen, weil ich meine Ruhe brauche wie man vielleicht auch das ein- oder andere mal hört sondern ich habe frühzeitig mich dann auch direkt auch wieder angeglichen an das was die neue Welt, die für mich aber dann am Ende entscheidender war.

00:03:52: Ich wollte den Erfolg ich wollte dann irgendwie auch für mich selber vorwärts kommen und dann war begleitend.

00:03:57: einfach ist ja trotzdem positiv das Interesse der Zuschauer und auch der Fans.

00:04:02: somit muss sich mein Leben ein bisschen adaptieren und das bedeutet dass ich mich das ein bisschen ruhiger gestaltet habe, dass ich eher in meiner Wohnung war Und das war dann am Ende so.

00:04:12: und diese Themen, die muss für sich natürlich jeder selber finden.

00:04:16: Ob dass jetzt jemand wirklich braucht, dass er sich komplett wegregelt und allen draußen sagt ich will das nicht.

00:04:23: Da werden wir dementsprechend auch reagieren.

00:04:25: aber für mich war immer wichtig, dass unsere Fans ja dann auch irgendwie eine gewisse Nähe genießen, nicht zu nahe, sondern einfach eine Nähe genesen und somit habe ich mich geändert und nicht erwartet, dass mein Umfeld sich ändert.

00:04:36: Und nochmal zurückzukommen auf... auf den Druck, den du dir selbst gemacht hast der auch von außen sozusagen dann bei dir ankam.

00:04:45: Hast du den irgendwie bewusst wahrgenommen?

00:04:50: Ja ich meine nach jedem Erfolg kam mir dann der nächste es soll dir ein höher hinausgehen und alles was nach oben hinausgeht sagt man ja immer sprichwörtlich fällt das Atem schwerer oder wird der Sauerstoff noch weniger.

00:05:03: und das hat man schon gemerkt, dass die jetzt zum Beispiel einen deutschen Meistertitel einfacher zu... Einfahren war als vielleicht ein Weltmeistertitel.

00:05:11: und wenn das erreicht war, gerade auch mit der Tournee.

00:05:13: Man braucht ja da noch ein bisschen Glück.

00:05:15: Speziell dann auch bei Tagsachfolgen wie Olympische Spiele oder auch Weltmeisterschaften.

00:05:19: Bei der Tournée ist es ein bisschen anders.

00:05:21: Bei den Tournées ist es eher so dass es nach einem Tag nicht vorbei ist sondern du schleppst dieses Momente um zehn Tage mit dir herum.

00:05:27: Das ist auch wieder eine andere Belastung.

00:05:29: Und somit war für mich schon auch spürbar, dass das Rangehen und dieses Erreichen des nächsten Ziels ein längerer Weg war, was nicht so mit Fingerschnipsen ging.

00:05:39: Weil ich das eine jetzt gewonnen habe, kam das andere automatisch sondern... Ich musste da wieder andere Hausaufgaben machen und mich selber speziell dann auf darauf vorbereiten.

00:05:47: aber am Ende ging es bei mir nicht darum, bei der Tournee Zehnte zu werden, sondern ich wollte sie gewinnen.

00:05:50: So!

00:05:50: Und dann geht man anders ran.

00:05:52: Mit dem Drumherum sind die Herausforderungen höher.

00:05:56: Ob ist dahin?

00:05:57: Dieser Erfolg kam ja nicht von gestern auf heute oder von heute auf morgen.

00:06:03: Es waren ja dann auch viele kleinere Etappen, wo ich mich dann zumindest an gewisse Sachen gewöhnen konnte.

00:06:09: Damit war das große Erfolgsdenken nicht neu für mich und die Aufgaben wurden größer und komplexer.

00:06:14: Und da hat man gemerkt dass es längerer Zeit gedauert hat sich darauf einzustellen damit zurecht geht zu kommen und für sich selber Wege zu finden was man am Ende ganz oben steht.

00:06:24: Das heißt für dich wurde quasi dieser Druckteil... Ich nenn's mal des Paketes also letztlich normal.

00:06:34: Das war einfach so, man kann keine Leistungssport oder keine Ergebnisse in dem Maße erreichen ohne den Druck und das war für dich Teil des normalen Lebens.

00:06:46: dann?

00:06:47: Ja also die Erwartungen und sowas, es hält natürlich wach im Moment wo man vielleicht doch auch gemerkt hat, jetzt fällt's mir aber schwer.

00:06:53: Da kam natürlich sofort dieses Denken und der Gedanke ja du wolltest doch eigentlich dort deine Lehne machen.

00:07:00: gewinnen.

00:07:00: Also klar kannst du jetzt hinsetzen, aber vom Hinsetzen wird es nichts so und das hat mir dann schon auch in der einen oder anderen Situation dann auch eher geholfen.

00:07:08: und ich komme da wieder drauf zurück.

00:07:10: Vom Grund her kam dieses Paket nicht von heute auf morgen.

00:07:14: wenn's so gewesen wäre, dann hätte ich natürlich direkt gesagt oh was ist denn hier los?

00:07:17: Lassen wir mal kurz zehn Minuten Luft um mich dran zu gewöhnen.

00:07:21: dadurch dass es dann wirklich auch eher schrittweise und eher apel-apel kam hat man sich wie das meiste im Leben dann irgendwie was den Stress angeht, dann irgendwie auch damit auseinandergesetzt.

00:07:33: Teilweise dann auch dran gewöhnt und an die Dinge, die dann doch auch weiter schwer gefallen sind hat man versucht für sich selber einfach Lösungen zu finden.

00:07:41: Ja es ist ja spannend das ist ja letztlich bei uns in der Medizin ähnlich.

00:07:44: also diese Verantwortung, die ja dann auch ein Teil des Drucks ausmacht, die wächst sozusagen gratuierlich nach Erfahrung, nach Position Dann ist es tatsächlich schwierig irgendwann zu sagen, wann wird der Druck irgendwie zu viel?

00:08:05: Und bei dir war's ja auch so.

00:08:07: Du hast richtig lang richtig viel sportlichen Erfolg und dann kam der mentale Zusammenbruch mit Burnout in die Klinik.

00:08:16: später hast du ein Buch drüber geschrieben mein Höhenflug meinen Absturz meine Landung im Leben.

00:08:24: ich finde Super wertvoll und beeindruckend, wie offen du mit dem Thema Burnout umgehst.

00:08:31: Du bist jetzt Botschafter der offensive psychische Gesundheit der Bundesregierung und auch in diesem Rahmen möchtest du natürlich für das themamentale Gesundheits sensibilisieren?

00:08:42: Und ich glaube einer deiner Kernpunkte ist eben dass das thematale Gesundheit eben jeden betreffen kann eben auch die absoluten Top-Performer.

00:08:54: Und das ist ja auch ein Grund, warum ich dich hier in den Podcast eingeladen habe.

00:08:59: Ich weiß nicht wie häufig ich als Jungmediziner gehört hab Herr Carcensen unter Druck entstehen Diamanten.

00:09:08: Ja also

00:09:12: eins der geflügelsche Worte im Krankenhaus wenn du jetzt mal so auf dich und auf deine Karriere zurückblickst.

00:09:22: Du hast schon gesagt, der Druck war wichtig von außen und von innen für den Erfolg.

00:09:27: Aber wann hast du denn zum ersten Mal gemerkt?

00:09:30: dieser Druck?

00:09:31: Der wird zunehmend zur Belastung.

00:09:35: Nachhinein kann ich eigentlich jetzt alles ein bisschen zusammenfügen.

00:09:40: Und natürlich wirst du dem Druck nicht los.

00:09:43: Wenn du ihn los hast dann geht es wahrscheinlich eher um irgendwelche kleineren Dinge, die gefühlt jeder kann.

00:09:50: Alles was in die Richtung geht, Perfektion noch nie da gewesen dann auch im beruflichen irgendwie die nächste Hörde das sind einfach automatisch von einem selber mehr Erwartungen.

00:10:00: von außen merkt man mehr und am Ende des Tages ist trotzdem egal wie du kennenlernst hast du einen Vertrauten immer bei dir und das ist die innere Stimme.

00:10:10: Die hat jeder von uns und die sagt uns täglich Sind wir aufgeregt?

00:10:14: Sind wir überfordert?

00:10:15: Ist es zu viel?

00:10:16: Nee Alles grünes Licht kommt, all in.

00:10:18: Wir können Gas geben und diese Kommunikation stellt man oder war es bei mir so, stellt man irgendwann ein weil man merkt das was man spürt, was man innerlich hört hast nicht für den Weg den ich gehen möchte, den wir eigentlich bisher gemeinsam gegangen sind.

00:10:36: Und dann ist es irgendwie so wie in einer Ehe-Krise.

00:10:39: Auf einmal gibt's zwei verschiedene Meinungen und man sagt aber trotzdem, nee ich will aber vom Kopf her trotzdem noch weiter und dann funktioniert das halt eben nicht.

00:10:47: Das ist das was im Nachhinein ich nicht zulassen konnte.

00:10:50: Ich habe immer mehr gemacht als alle anderen und das war mein Erfolgsrezept.

00:10:54: Du siehst am Anfang nicht dass das den Körper fordert weil du ja auch jünger warst und umso länger du in diesem Betriebsklima bleibst kostet es natürlich auch immer mehr

00:11:08: Zeit

00:11:08: vom Tag.

00:11:09: Das siehst du dann eben auch nicht, weil ein Tag da nicht wenn ich jetzt erstmals Weltmeister war und weiter vorangehen möchte, das sehe ich dann nicht dass ich mich noch länger beschäftigte als vielleicht vor fünf Jahren und dass dann wieder zwei Stunden meine Arbeit gehören und nicht die zwei Stunden, die eigentlich ausgleich waren, wie ausgreich stehen.

00:11:26: Da sieht man nicht so!

00:11:27: Man wundert sich dann, dass innerlich irgendwie Chaos ist und geht aber den Weg weiter, weil man vom Kopf her nicht einsehen oder nicht eingestehen kann.

00:11:36: Komm, ich höre jetzt auf das Innere und den Körper.

00:11:38: Ich brauche ihn ja eigentlich am Ende dazu um das zu

00:11:41: erreichen.".

00:11:42: Da würde ich gerne einmal so nachfragen diese innere Stimme.

00:11:48: Wann hast du die zum ersten Mal richtig wahrgenommen?

00:11:51: Gab es da einen Moment oder weil?

00:11:54: im Nachhinein ist es natürlich immer einfacher ein bisschen dieses graduierliche Es wird immer mehr und mehr.

00:12:03: Und letztlich bei dir ist es vermutlich so gewesen, dass du einfach weitergemacht hast bis es sozusagen geknallt hat.

00:12:11: Aber im Nachhinein diese innere Stimme... Du hattest ja zwei innere stimmen.

00:12:18: Eine die die ganze Zeit gesagt haben mehr Erfolg größer weiter sich verbessern wollen und das andere vielleicht brauche ich mal eine Pause X, Y.

00:12:33: Wie...

00:12:35: Also hast du diese innere Stimme wirklich gehört oder hättest du die hören können?

00:12:43: Die innere stimme hat jeder von uns egal ob Sportler, ob normales Leben, egal was.

00:12:49: Jeder Mensch hat die innere stimme und genau diese stimme begleitet uns eigentlich bis zum Lebensende.

00:12:55: Sie sagt uns täglich wie es uns geht, was wir von dem und dem halten, dass der Rest kommt eigentlich immer vom Kopf, also auch dieses Tournee gewinnen und so weiter.

00:13:06: Das sind alles Dinge, das sind Gedanken, das entsteht daraus.

00:13:09: und dann fühlen sie sich am Ende gut an weil am Ende gleich ich das was in meinem Kopf passiert immer wieder mit meinem Zentrum die Energie natürlich auch liegt und dieses Empfinden liegt immer ab und das war natürlich am Anfang Stimmig.

00:13:21: Ich war jung, ich war energiegeladen je nachdem wenn ich älter werde Wenn ich viel arbeite mehr arbeite und diesen Schlaf Wachrhythmus einfach dann irgendwie so verschiebt, dass ich gefühlt mehr arbeite als ich schlafe.

00:13:33: Dann ist es automatisch das dieses Energiezentrum die auch bei einem Telefon was älter ist der Akku auch nicht mit der jung war.

00:13:41: und dann verabschiedet sich das von den normalen Strukturen, die man eigentlich gewohnt war.

00:13:46: Und dann kommt die ersten Anzeichen von wegen du hör mal also gestern mal schon ein bisschen viel Wir brauchen heute mal ein bisschen Stündchen mehr Ruhe und das macht man noch, aber irgendwann ist es so dass die Stunde Ruhe nicht mehr reicht.

00:13:57: Das vielleicht auch ein zwei-wöchiger Urlaub nicht mehr reicht.

00:14:00: wie aus meinen eigenen Erfahrungen dann, dass ich mich auf dem Rückflug nach zwei Wochen urla, wo wirklich nichts passiert ist.

00:14:06: Wo schönes Wetter war alles toll!

00:14:08: Wo wirklich Erholung pur stand Ich mich auf den Rückflugh gefühlt hat als ob ich gerade hinfliege.

00:14:14: Und das sind die Dinge die im Nachhinein klar sich verschieben und eigentlich auch wach hätten machen müssen, aber irgendwann mal wenn man so tief in diesen Arbeitsprozess ist.

00:14:24: Und das egal ob ich jetzt Sportler bin oder normaler Arbeiterführungskraft oder Konzern, egal... Wenn ich merke dass ich da nicht mehr zu tief drin bin dann komme ich dann nicht mehr raus weil dann eben auch der Kopf wieder signalisiert natürlich setze ich irgendwo hin nehmt ein Buch trink einen Tee hol' dich aus hab aber nirgends in der Zeitung gelesen, dass vom Ausruhen jemand Weltmeister wird So und dann bist du irgendwo in so einem Schlepp-Modus und schläft sich weiter auf den Weg, den du eigentlich gewohnt warst.

00:14:49: Du kannst nicht mehr akzeptieren dass das Innere, dass dir klar signalisiert es macht so und hier keinen Sinn was wir machen.

00:14:58: Du kannst ziemlich nachgehen!

00:14:59: Und wenn du so tief drin bist dann ist es wie bei mir auch klar obwohl dein Umfeld schon lang dir signalisiert ihr geht's nicht gut irgendwas stimmt mit dir nicht.

00:15:08: mach doch mal ein bisschen langsamer.

00:15:09: du sagst immer ne habe ich alles im Griff ist klar ein bisschen schwer aber es wird wieder.

00:15:15: Es war unweigerlich dann der Knall und der Zusammenbruch körperlich bei mir, der mir dann wirklich auch klar gemacht hat okay die drumherum haben wirklich recht gehabt.

00:15:24: Und da musst du aus deinem Leben rausgerissen werden.

00:15:26: Deswegen versuche ich heute auch bei Jung zumindest schon mal dieses Thema zu setzen.

00:15:31: Klar wenn sie zwanzig sind dass die am nächsten Tag nach vielleicht einer Veranstaltung oder Gespräch mit mir wenn ich ihnen so ein bisschen erkläre worum es dann am Ende auch geht Aus den eigenen Erfahrungen ist mir klar, dass die am nächsten Tag nichts anderes machen.

00:15:43: Und wenn sie dann irgendwann auch mal dreißig, fünfunddreißig vielleicht auf vierzig sind wo arbeitstechnisch mehr dazu gekommen ist, wo vielleicht auch Familie dazugekommen, wo einfach der Alltag komplexer geworden ist und dann bei ihnen nach dem Aufstehen, dann auch man es das innere signalisiert, schlecht geschlafen keine Trauerheit wir müssen aufpassen Dann gehen die nicht blind weiter gerade aus sondern dann komme ich wieder vielleicht auch wieder hoch.

00:16:05: aber da war doch mal damals vor paar Jahren Der Hannermalter hat auch zu drüber gesprochen, wegen innerer Stimme und so weiter.

00:16:11: Und er hatte doch dann Burnout- und Teilsdefressionen... Da muss ich jetzt schon aufpassen!

00:16:15: Das ist genau das was wir erreichen möchten.

00:16:16: Das heißt wenn ich mal knackig zusammenfasse ohne Pause wirst du Weltmeister aber ohne Pause bleibst Du nicht Weltmeester?

00:16:27: Ja also das ist klar der Weg war gegeben bei mir.

00:16:30: Das ist mein Beispiel dass sich mehr gemacht habe, dass ich nicht darauf geachtet hab Pausen natürlich körperlicherseits haben wir gemacht weil es natürlich keinen Sinn macht, nach Krafttraining dann nach Hause zu fahren und in eigenen Kraftrauben noch mal weiter Krafttrainungen zu machen.

00:16:43: Aber dieses heute dann auch was mich ein, dieses vierzehnzehstunden sieben Tage die Woche sich einfach mit der Materie beschäftigen den Körper dem Körper und im Kopf kein Abstand keine Luft mehr zum Atmen zu geben das ist das wo man nicht mehr rauskommt und dass es heute das findet durch Social Media durch allen möglichen.

00:17:00: wir sind überall ergreifbar durch Handy durch alle möglichen digitalen Themen die ich nicht anders möchte.

00:17:07: Aber durch diese einfachen Sachen, Beispiel wir können mit vierzig Grad arbeiten im Urlaub das ging körperlich früher nicht und somit müssen wir bei diesen Einfachen wirklich auch viel effektiver in dem was es arbeiten angeht tierisch aufpassen und klare Grenzen setzen was die Trennung zwischen Arbeiten und Zwischen Erholung und Auszeit angeht.

00:17:28: ja und gerade auch da sozusagen die nächste Parallele wenn man brennt für das was man macht Es ist natürlich umso schwieriger.

00:17:36: Also ich erlebe mich selbst auch, dass ich mich viel in meiner Freizeit kann man schlecht sagen aber in meiner sozusagen nicht Arbeitszeit mit Arbeitsthemen beschäftige.

00:17:50: Vielleicht noch eine Frage die sich provokant anhört aber es gar nicht so gemeint warum hast du nicht früher Schluss gemacht?

00:17:58: Warum musste der Knall kommen?

00:18:02: Eigentlich wie vorhin dann auch schon mal erwähnt aus diesem Kreislauf nicht voraus kam.

00:18:06: Wenn du einmal zu tief drinsteckst, dann schaffst du es nicht mehr weil du so viel schlechten Gewissen dir gegenüber hast.

00:18:13: Wie soll das überhaupt?

00:18:13: was werden?

00:18:14: Weniger machen!

00:18:15: Du hast früher mehr gemacht, das war dein Erfolgsrezept.

00:18:17: Wieso jetzt muss weniger machen der Erfolg bleiben?

00:18:20: Das macht da gar keinen Sinn.

00:18:21: und dann hörst du wirklich auf dieses Kopfthema wo sagst okay eins und eins ist zwei aber das Gefühl innerlich was am Ende doch auch der entscheidenden Faktor ist Was klar sagt, das macht so keinen Sinn.

00:18:32: Du hörst mehr auf dieses Drumherum, du liest noch irgendwas und ach bei dem ging es ja auch noch und dann knallst irgendwann.

00:18:38: Und in meinem Fall hätte es natürlich bedeutet ich weiß jetzt nicht ob der Erfolg... Es kam natürlich niemand zu mir und sagt mach bisschen ruhiger und du wirst den Erfolg weiter haben.

00:18:48: Ich glaube im Nachgang wenn ich diese Pausen zulassen hätte können Hätte es ja automatisch bedeutet, dass ich hätte die Arbeit nicht geändert und ich hätte auch gewisse Sachen nicht geendert.

00:18:59: Also schlechter wäre's nicht geworden.

00:19:02: Gleichzeitig jetzt aber bedeutet das hier Energie geladener im Wettkampf stehen und hätte mich dann nicht so durchbrügeln müssen.

00:19:09: Und deswegen und automatisch hätte ich dann vielleicht auch meine große Liebe des Skispringen länger leben können.

00:19:14: So hat es bedeutet mit dem Nichtwissen zur damaligen Zeit, dass sich mein Skis springt an wirklich... früher loslassen muss, war nach Klinik.

00:19:22: Ich wirklich dann auch wieder das Vertrauen hatte zu meinem Körper und der hat er signalisiert ähnlich wie in den tiefen Burnout-Zeiten dass es leider keinen Sinn macht.

00:19:32: Und somit musste ich's los lassen.

00:19:33: für mich gab's kein zurück wenn ich frühzeitig gelernt hätte meinen Beruf in Anführungszeichen so klar zu trennen Wenn ich trainiere All In, wenn ich im Wettkampf bin allin wenn ich Zuhause bin.

00:19:45: Tasche bleibt zu Und wir genießen den Alltag, wir geniesen das Akku aufladen.

00:19:50: Wir genießen andere Dinge ohne schlechten Gewissen und dann wäre ich natürlich viel ausgeglichener und viel entspannter zum nächsten Wettkampf

00:19:58: gefahren.".

00:19:58: Ja also vielleicht so ein bisschen ergänzend dazu... Das eine ist natürlich diese Persönlichkeitsausprägung nach Perfektion, nach Gewinn usw.. Auf der anderen Seite vielleicht auch Weil das Leben ist ja ein bisschen komplexer oder die Situation ist komplex.

00:20:16: Du warst natürlich in diesem extremen Hochleistungssystem, so wie wir im Krankenhaus auch sind.

00:20:22: Das heißt eigentlich wird man belohnt wenn man ständig Grenzen überschreitet und es mal kurzfristig.

00:20:30: Und ich glaube dass macht es zusätzlich auch nochmal schwieriger.

00:20:36: ein zweiter, dritter zu werden und so weiter.

00:20:39: Hättet ihr vielleicht nicht so viel gegeben?

00:20:44: Und hätte vielleicht auch deinem Selbstbild nochmal widersprochen.

00:20:47: aber auch in der Medizin ist es ja so.

00:20:50: ich meine da geht's jetzt nicht darum per se der beste im Wettbewerb mit anderen zu sein.

00:20:55: Da gehts einfach um letztlich den Anspruch von möglichst hoher Perfektion.

00:21:01: Ich habe schon den Eindruck dass wir sehr leistungsorientiert und perfektionistisch auch teilweise veranlagt sind als Ärztinnen und Ärzte.

00:21:12: Und auch dauerhaft gewöhnt sind, unter dieser Spannung zu arbeiten.

00:21:19: Ich frag mich schon auch wie... Also für Abteilungsleitung ist ja das Thema mentale Gesundheit erstmal wichtig für sich selbst also dass ich gesund bin weil wie gesagt ich trage viel Verantwortung Ich kann auch selbst sozusagen viel letztlich Schaden anrichten, für das ich dann später auch letztlich haftbar bin.

00:21:42: Gleichzeitig ist es natürlich aus Führungskraftsicht.

00:21:46: Man hat ein Team, man hat Mitarbeitende die auch unter dieser Spannung in diesem Hochleistungssystem arbeiten.

00:21:53: also sind ja diese zwei Komponenten und jetzt wenn wir nochmal so bisschen Das nimmt was du gesagt hast.

00:22:05: Diese perfektionistische Ausprägung oder auch vielleicht dieses Selbstbild als Top-Performer, als Macher wo auch gar nicht so diese innere Stimme, ich brauche Pause und Erholung dazu passt.

00:22:21: die wird natürlich relativ leicht sozusagen ignoriert oder überhört.

00:22:30: Jetzt frage ich mich Wie gibt es denn irgendein Verhalten, woran man irgendwie absehen kann?

00:22:37: Dass man selbst vielleicht doch in so eine kritische Phase oder eine kritischen Situation kommt?

00:22:43: von jetzt wird die Spannung und der Druck langsam mehr und mehr.

00:22:48: Ja klar kriegt man das mit angefangen von nicht mehr normal schlafen können.

00:22:53: Das wird wahrscheinlich dann auch jeder was jeder in der heutigen Welt unterschreiben, dass zu viele Prozesse im Kopf noch stattfinden, wo es keine Zeit gibt, sie bis zum Schwaben zu verarbeiten.

00:23:04: Und wenn man dann eben auch aus so einer Spitze ist die Perfektion lebt ich kann es ja nachvollziehen dass Perfektion Spaß macht und irgendwo auch innerlich ausgeleicht aber dadurch das es dann wirklich auch eher mehr nach oben geht braucht es automatisch auch die wirklich fixen Grenzen wo man sagt ohne schlechten Gewissen kann er mich jetzt wenn ich von der Klinik nach Hause gehe muss sich mich irgendwie entfernen können und ausgleichen können.

00:23:32: Und diesen eigenen Ablauf mal wirklich durch zu scannen, wo mache ich eigentlich irgendwas was meine Birne wieder belastet?

00:23:40: Okay, Social Media klingt jetzt nicht nach Belastung oder nach Konzentrieren man wischt so ein bisschen rum aber es ist trotzdem wieder Input.

00:23:47: in einer anderen Welt wo der Kopf wieder funktionieren lässt und wir funktionieren oder ausgreichen funktioniert unser Organismus meist und am effektivsten mit Bewegungen und frischer Luft weder mit Social Media noch irgendwas Anderen zu tun.

00:24:02: Und genau diese Momente, wo man sich selber ertappt... Guck mal!

00:24:06: Da häng ich so rum, chill mein Leben und irgendwie mache ich nichts weil ja mein inneres Gefühl er sagt Ich habe keinen Bock auf irgendetwas da Aufrafen Schuhe anziehen und einfach vielleicht paar Schritte gehen eine halbe Stunde spazieren gehen oder vielleicht liegt mir in der Sport und sag guck mal Genau die halbe stunde wo ich da am Handy rumeier nehme ich meine sportasche und gehe ins Fitnessstudio und mach mal was für mich.

00:24:28: oder ich treffe mich mal mit einem Bekannten, den ich ewig lang nicht gesehen habe.

00:24:31: Der tut mir auch immer gut.

00:24:32: also man hat ja auch da in der Auswahl des Ausgleichs was man tut ein inneres Gefühl worauf man Lust hat und worauf eben nicht oder was einem guttut oder nicht.

00:24:42: klar in den meisten Prozessen da man zu tief drin ist schreit der Körper wie bei uns ja auch.

00:24:46: nach dem Krafttraining wo wir am Abend noch auslaufen gehen sollten war natürlich die innere Stimme warum soll jetzt laufen?

00:24:52: Ich kann nicht mehr so!

00:24:53: Wir haben uns natürlich aufgeracht Und wussten, es tut uns gut und haben auch nach den ersten fünf Minuten, wo wir uns gefragt haben.

00:25:00: Das machen wir eigentlich hier?

00:25:01: ja also für kein Bein vor dem anderen.

00:25:03: ich habe jetzt schon Muskelkater.

00:25:04: morgen früh wird's noch schlimmer bis wir dann gemerkt haben nach zehn Minuten viertelstunde dass dieses Gefühl auf einmal sich ins positive dreht.

00:25:12: und am Ende sollten wir eigentlich nur zwanzig Minuten laufen sind aber am ende freiwillig drei sicht Minuten gelaufen weil sie so gut angefühlt hat.

00:25:19: Und dieses effektive Stressrodizieren, ausgleichen und auch den Stoffwechsel ankurben in einer ruhigen Moment der Bewegung.

00:25:27: Das ist das wo ich natürlich auch heute hin und wieder mal mich aufraffen muss wenn es dann auch so weit ist.

00:25:32: aber am Ende komme ich jedes Mal zurück und merke warum habe ich eigentlich ein komisches Gefühl beim Start?

00:25:38: Ich weiß doch dass es mir gut tut und das sind die Dinge wo man sich selber mit sich auseinandersetzen muss.

00:25:43: Aber wichtig ist für alle Heute dies betrifft die Merken Es geht wirklich Ich reiß mich zusammen und ich bin derjenige, der es immer hinkriegt.

00:25:52: Ganz toll aber ich merke das wird immer schlimmer.

00:25:54: Es schlafen wird schlimmer die Energie wird immer weniger.

00:26:00: Ich muss anfangen meine Tage durch zu scanen.

00:26:03: wo finde ich Zeit für mich?

00:26:04: Und die gehört wirklich nur mir!

00:26:06: Das heißt jetzt nicht dass sich dann mit der Familie was macht oder sonst außer das Gefühl sagt ich bin mal froh mit der familie etwas zu machen Dann ist auch das ausgleichen Diese Zeit gehört nur mir, das muss jeder Traum herum akzeptieren und da bin ich nicht erreichbar.

00:26:20: Punkt!

00:26:21: Ich würde gerne einmal nochmal ganz kurz so auf diese andere Perspektive nämlich Abteilungsleitung auch als Führungskraft verantwortlich für Mitarbeitende.

00:26:31: Du hast gerade ganz viel gesagt was man selbst machen kann Für Druckregulierung, für mentale Gesundheit.

00:26:40: Jetzt ist es so Als Führungskraft gestalten oder als Führungskräfte gestalten wir ja die Arbeits- oder das Arbeitsumfeld und damit auch sozusagen den Druck mit auf der Arbeit.

00:26:57: Ich habe gerade nochmal nachgeschaut, so ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte berichtet über Symptome von Depressionen oder Angststörungen und sogar zehn Prozent auch immer mal wieder über Suizidale Gedanken.

00:27:11: Also das ist ein wirklich weit verbreitetes Thema.

00:27:14: Und die Frage ist schon, was kommen wir mal weg vom Kliniksetting?

00:27:22: wieder zu dir in deiner Situation damals?

00:27:26: Vielleicht auch was hätte denn dein Trainer machen können?

00:27:30: also ich habe schonmal mitbekommen dass du sozusagen nicht für das Thema sensibilisiert warst.

00:27:38: Ich hab mitbekommen, dass du das Thema mentale Gesundheit und Druck kann in Burnout enden.

00:27:43: Und es kann auch dich betreffen?

00:27:46: Das war für dich nicht im Bewussten.

00:27:50: Also, das hättest sicherlich deinen Trainer damals schon irgendwie ... auf dem Schirm haben können.

00:27:57: aber vielleicht darüber hinaus was hätte er noch machen können damit wir dann auch nochmal den Transfer schaffen was wir als Führungskräfte machen können weil wir können ja unsere mit Arbeitenden nicht die ganze Zeit einen Waldlauf machen oder schicken.

00:28:13: Das ist ja genau der Punkt, also gerade was so mentale Themen angeht wie Überlastungen und vom Kopf her und Depressionen und alles Mögliche das sieht man ja von außen nicht.

00:28:25: wenn ich Muskelkader habe sieht man okay.

00:28:27: da läuft komisch Wenn ich irgendwelche anderen Dingen hab die sind irgendwie nachvollziehbar und spürbar.

00:28:33: Und dadurch, dass auch mein Trainer natürlich gemerkt hat, das ich viel mache.

00:28:36: Aber nie den Anschein erweckt hat, was schlecht ist.

00:28:41: Dass sich keine Gedanken macht.

00:28:43: Natürlich hat er auch gemerkt, dass ich mich veränder.

00:28:46: Aber er hat ja gesehen und ich mache nichts anderes.

00:28:48: Nur merkt er, dass es mir vielleicht nicht gut geht.

00:28:51: Somit hat er für sich natürlich auch keiner ausreden.

00:28:53: Wichtig ist ... Da kann ein Chef nichts dafür.

00:28:56: Wichtig ist, dass diejenigen, die es betrifft... jetzt mehr Offenheit bekommen und kein schlechtes Gewissen haben, dann auch mal zum Chef zu gehen.

00:29:06: Das ist schwierig so.

00:29:07: das ist natürlich dann auch für den Chef wieder die Aufgabe.

00:29:09: okay wenn einer kommt es ok aber wahrscheinlich werden mehrere kommen.

00:29:14: am Ende muss man in den heutigen Zeiten wo natürlich überall leider eingespart wird wo jeder gefühlt drei ersetzen soll.

00:29:23: Ist es schwierig Zeit zu finden für sich?

00:29:26: Das ist mir vollkommen klar.

00:29:28: Aber ich sag auf der anderen Seite wenn man wirklich keine Möglichkeiten findet, dann das wird schwierig.

00:29:35: Man kann es nicht riechen, wenn sie jemandem schlecht geht, diejenigen, die es betrifft müssen kommen und dann geht's um Lösungen finden.

00:29:42: Und da wirds nicht nur eine Person betreffen, sondern es wird wahrscheinlich dann allgemein mehrere Betreffen in einer gewissen Sparte, die natürlich mehr unter Beschuss sind oder unter Druck sind als vielleicht andere, die sich dann irgendwie auch gefühlt... von acht bis zwölf Uhr mal da sind und dann sind sie wieder weg.

00:29:59: Und dann haben Sie vielleicht eine Doppelschicht, aber danach wieder zwei Tage Ruhe.

00:30:03: Es wird einen Personkreis geben die einfach tiefer drin sind und genau bei denen geht es auch darum dass wenn sie merken es geht in die falsche Richtung das sie offen sind nach außen und es kommunizieren und dass man dann gemeinschaftlich es geht ja nicht darum den ein jetzt zu bevorteilen oder zu schützen unter anderem macht das gleiche hat zwar aktuell noch nichts Aber auch der muss er denn irgendwo so bisschen wem Parallelenablauf kriegen, dass es ihn später nicht auch noch betrifft.

00:30:28: So und da Lösungen zu finden darum geht's

00:30:31: also.

00:30:32: Es gibt das wissenschaftliche framework der jobs demands and resources model wo man sozusagen Auf der arbeit sich anschaut was sind sozusagen die stressoren Und was sind ressourcen?

00:30:47: Also Stressor könnte sein Zeitnot oder viel, viel Arbeit in wenig Zeit und Ressourcen können sein erstmal persönliche Kompetenz.

00:31:01: Also wenn du halt selbst kompetenter dich fühlst oder kompetenter bist dann ist der gleiche Stressor vielleicht weniger stressig.

00:31:10: Es kann aber auch sowas sein wie soziale Unterstützung von den Vorgesetzten Und das finde ich ganz spannend.

00:31:19: Also dieses Gefühl, ich kann mich jemandem anvertrauen.

00:31:22: Ich kann mich an jemand wenden.

00:31:25: Jemand hört mir zu, jemand nimmt mich ernst.

00:31:29: Das ist eine Ressource was dann sozusagen auch dieser diesem selbst ausbeutenden Verhalten so bisschen entgegensetzt und das ist spannend.

00:31:40: Ich hatte ja vorhin von diesen Drittel der Ärztinnen und Ärzte die über Depressive oder Angst Symptomatik gesprochen.

00:31:49: Und da ist es eben auch so, dass die Rate von denjenigen, die keine soziale Unterstützung von dem Vorgesetz empfunden haben dreimal höher war.

00:32:01: Also sprich das ist sozusagen die Bestätigung für dieses Framework.

00:32:05: also bedeutet schon natürlich letztlich können wir ich sage immer wieder auf meine Patientinnen und Patienten Ich kann nicht Jemanden auf die Toilette.

00:32:17: Also es gibt immer Dinge, die sozusagen einer noch selbst machen muss.

00:32:21: aber trotzdem ist natürlich schon so was wir machen können ist Wir können da sein wir können auch signalisieren dass wird das wir da sind.

00:32:30: wir können eben auch sagen diese dieser stress der is in unserem system normal heißt aber nicht Dass jeder damit gleich gut umgehen kann und heißt auch nicht dass jeder dadurch muss Und das ist mir schon wichtig, dass wir da auch nochmal sozusagen darauf hinweisen.

00:32:50: Natürlich sind wir nicht verantwortlich wenn für die Mitarbeitenden sozusagen jetzt einen Burnout wirklich unmittelbar bevorsteht aber wir können schon proaktiv auch für die mentale Gesundheit der Mitarbeitende was machen.

00:33:04: Ja, das ist absolut!

00:33:05: Ich meine an sich hat es ja sich bei mir dann auch gut angefühlt wo ich wusste ... dass ich Leute um mich herum habe, die mir helfen.

00:33:14: Also sprich meine Therapeuten... ...die Ärzte in der Klinik selber,... ...der Arzt bei dem ich nach anderthalb Jahren dann endlich war,... ...dem er wirklich auch sagen konnte,... ...dass sich burnout habe und ich bringe es in eine Klinix soll.

00:33:28: Das klingt jetzt alles hoch dramatisch aber am Ende war's für mich die Erlösung.

00:33:32: Und ich wusste jetzt begebe ich mich ja im Umfeld was mir helfen kann.

00:33:35: Genauso gehts der Ursprung von allen wahr aber,... ...das ich proaktiv gesucht hab.

00:33:42: was mit mir los ist.

00:33:43: So und wenn das dann schon mal stattfindet von den Betroffenen, es wird ja auch im Klinikpersonal, wird sie denn auch die Unterschiede geben?

00:33:49: Der eine Arzt ist schon seit dreißig Jahren da und der andere ist gerade frisch vom Studium da und fängt an, da reinzuwachsen so.

00:33:58: Das heißt er hat ein ganz anderes Energielevel wie der andere oder als der Andere und somit sind das so verschiedenste Charaktere und Menschen da mit so unterschiedlichen Voraussetzungen aktuellen Levels an Energie.

00:34:14: Lassen wir da halt wirklich dann als Betroffener, wenn man merkt es stimmt irgendwas nicht, dass man das natürlich kommuniziert und automatisch dann gemeinsame Lösungen sucht.

00:34:22: Und dann lässt man ihn in das neue Umfeld wo ihm geholfen werden kann und konzentriert sich natürlich weiter auf die täglichen Aufgaben und versucht gewisse Sachen oder eine gewisse Offenheit, die sämtliche Situationen dann auch auszustrahlen dass man dann irgendwie auch als Betroffener oder als Angestellter merkt, okay wir haben hier richtig Alarm.

00:34:43: Ich weiß gar nicht wie das machen soll aber es geht irgendwie funktioniert noch.

00:34:48: und wenn ich aber mal merken sollte irgendwas stimmt nicht habe ich die Offenheit und das Vertrauen, dass sie mich wirklich dann auch melden kann.

00:34:56: so und dann ist alles in Ordnung.

00:34:57: der Rest ist leider von außen Die Unruhe und Alles Sie sich das ganze System da zusammen Ja, drückt.

00:35:04: Das ist leider so.

00:35:05: ich würde es auch mir lieber anders wünschen und das da hat's auch nichts mit einer... Ich glaube dass wir müssen mal eine Umfrage machen bei den Ärzten vom Gehalt her ob sie ihn lieber wäre weniger zu verdienen aber dafür einen normalen Ablauf zu haben als für den Stress noch mehr zu verdient.

00:35:21: also es klingt immer so von wegen ja das weiß ich hab habe hier weniger Geld.

00:35:25: selbst wenn die mehr verdienen würden Die wird es gar nicht ausgeben können, weil sie von dem Geld gar nichts haben.

00:35:31: Weil die nur dauerrödeln.

00:35:32: Solche Dinge sind glaube ich jetzt aktuell oder werden immer wichtiger in den Köpfen als dieses Streben.

00:35:38: für das Programm was ich hier fahre verdiene ich viel zu wenig.

00:35:42: Ich möchte mehr, dass mehr kriegt nichts, weil du trotzdem kaputt gehst.

00:35:46: Ja also was du gerade ansprichst sieht man ja schon auch an den gestiegenen Teilzeitquoten Männliche Ärzte teilweise auf Achtzig-Siebzig Prozent reduzieren, wobei das früher quasi als Symbol der.

00:36:04: ich will keine Karriere machen.

00:36:05: Ich bin uninteressiert an Medizingalt.

00:36:07: Da waren die Zeiten aber anders und da war auch noch nicht so viel Druck drauf, da waren es noch normale Zeiten.

00:36:13: Es gab nicht so viele... Also diesen Stauerarbeiten gab es damals nicht, weil die meisten Aufgaben eher körperlicherseits waren.

00:36:21: Und wenn jemand Rückenschmerzen hat, braucht er niemand zu demjenigen kommen und sagen kannst du mir das noch von A nach B tragen?

00:36:26: Da hätte gesagt Rückenschmärzen auch wieder Sinn!

00:36:28: So heute ist so dass der Alltag für uns nur noch im Kopf stattfindet zu achtzig Prozent und wir jetzt diese Baustelle Schwierigkeiten haben klar zu signalisieren.

00:36:41: Das ist zu viel.

00:36:41: Weil am Ende arbeiten teilweise auch, jetzt fern ab von Ärzten die vielleicht operativ unterwegs sind aber es ist auch da viel am Laptop im Büro man arbeitet im Sitzen also zur körperlicher Zeit hat jeder drüber gelacht.

00:36:55: sitzend arbeiten das ist Urlaub und Wiedersehen.

00:36:58: heute ist es aber effektives Arbeiten.

00:37:00: wir haben eine andere Baustelle und dass kann man nicht klar dran weil ich nichts neben dem Nachbar im Bürow sagen kann.

00:37:07: Es ist mir alles so viele schafft die E-Mail nicht mehr der lacht sich hier kaputt.

00:37:10: Und das ist das Grundproblem, dass man viele Dinge, obwohl man schon merkt geht eigentlich nichts mehr und körperlicherseits die klare Grenze wäre können wir in diesem Zustand wo es uns nicht gut geht immer noch arbeiten.

00:37:22: Deswegen verschwimmt dieses klare Strick der Trennen.

00:37:25: Arbeit und Nichtarbeiten verschwimmt und somit wachen alle böse auf weil sie merken es gibt ihnen von Jahr zu Jahr schlechter.

00:37:34: Ich glaube tatsächlich bei Ärztinnen und Ärzten von der Körperlichkeit der Arbeit hat sich in den letzten Jahren relativ wenig geändert.

00:37:46: Genau, ich glaube das betrifft tatsächlich eher dann andere Berufsgruppen wo mehr schreibtisch lastig wurden.

00:37:52: Ja was kann auch sein bei den Ärzten dass die Kopfbaustelle mehr dazu gekommen ist weil sie natürlich mehr input bekommen durch e-mails durch irgendwelche Pläne durch irgendwellche anderen Sachen die Sie selber koordinieren müssen gibt es vielleicht damals gar nicht gab weil man dann irgendwie nicht erreichbar war und am nächsten Tag in die klinik kam und dann gesehen hat oh da ist ja etwas zusätzlich gekommen.

00:38:10: so das hat aber bis zu dem gang in die Klinik im Kopf des Arztes nicht gearbeitet.

00:38:15: So auch das hat sich natürlich geändert, die Grundarbeit als solch ist es vielleicht bei dem ein oder anderen gleich sein aber dass wenn die eigentliche Arbeit in der Vergangenheit vorbei gewesen wäre kommt in der heutigen Zeit noch dieses Kopftema okay du bist jetzt nicht mehr am OP-Tisch aber guck mal da ist noch das, der hat geschrieben das können wir nächste Woche das und hier und jenes somit erstmal vom Kopf her wieder mit in der Arbeit drin und somit geht die Arbeitszeit eigentlich länger obwohl der Arzt zu Hause ist.

00:38:43: Also das sind die Themen, die alle betreffen und da muss man wirklich sich durchscannen auch vom Team her von der Abteilung von der Klinik als solches.

00:38:52: Muss man grundlegend einmal gucken wo haben wir Möglichkeiten zurückzufahren?

00:38:57: Ja bin ich spannend.

00:38:58: Da kommt vielleicht nochmal auch so bisschen dass die Vorbildfunktion noch mal zur Wirkung.

00:39:05: Das bedeutet halt auch letztlich selbst Grenzen vorzuleben.

00:39:12: Ich hatte einen Chefarzt früher, der hat nachts immer E-Mails geschickt.

00:39:17: Das ist auch immer so eine Art Signal, der man muss immer arbeiten übermittelt hat kann man ja es sicherlich auch nicht per se vorteilhaft für die mentale Gesundheit oder hatten natürlich auch ein gewissen Druck ausgeübt auf die Mitarbeitenden.

00:39:36: genau also dieses Grenzen vorleben oder vielleicht auch Grenzen achten, also wir haben ja häufig wirklich im Krankenhaus das Thema dass Leute nach Schichtende nicht gleich zu Hause gehen.

00:39:49: Sondern noch Dinge abschließen vielleicht länger bleiben und es auch nicht unbedingt wegen einer Reanimation sondern wegen anderen Dingen wo man auch sagt oh das möchte ich jetzt nicht mal im Team übergeben usw.

00:40:01: Also vielleicht dass man da auch nochmal drauf achten kann Dass man solche Verhalten auch einfach benennt und sagt, hey das ist jetzt vielleicht nicht gut für dich.

00:40:10: Geht doch lieber nach Hause.

00:40:11: Vielleicht auch im Team dafür einsteht dass sich eine Kultur entwickelt... ...und eben auf die Pausen und dann auch auf den Urlaub der Leute zu achten.

00:40:20: Es wird eigentlich einfach aber unheimlich effektiv!

00:40:26: Super Sven wir sind schon am Ende.

00:40:34: Wenn ich noch mal so ganz kurz Revue passieren lassen möchte, ist mentale Gesundheit und diese Spannung die wir alle erleben es von außen sehr schwer zu beurteilen.

00:40:47: Dann unser Selbstbild als Leistungsträger, als Performer verzerrt unsere Wahrnehmung und lässt vielleicht den Ausdruck oder dieser Auswirkungen uns eher unterschätzen und auch diese innere Stimme, wie du sie genannt hast einfach immer überhören.

00:41:08: Also eigentlich kommuniziert ein Leben lang jemand mit uns der ist vergrauter als sein bester Freund oder die beste Freundin oder Eltern oder wer auch immer.

00:41:17: und irgendwie aus irgendeinem Anlass ignorieren wir sie von Zeit zu Zeit immer mehr obwohl sie uns klar signalisiert was unterwegs wäre.

00:41:27: und wenn wir von Anfang an dann wirklich und weiter auf sie hören würden.

00:41:33: Dann würden wir eigentlich von vornherein uns auf Dinge gar nicht einlassen, die uns zwar vielleicht vom Kopf her dann im Nachhinein eindildend sein lassen oder erfolgreich sein lassen.

00:41:45: Es wäre anders, es wäre nicht unerfolgreich sondern das Paket wären anderes.

00:41:49: Es wär auch eine andere Art erfolgreich Und es wird einem gut gehen.

00:41:52: und nur ist dass dieser Wandel der Zeit weil sich viele Dinge um uns herum geändert haben Und Oma Opa, Ura Oma, Uroopa noch unsere Vorbilder waren ist gerade so ein Wechsel den man aber jetzt klar in der Generation Z sieht.

00:42:07: Dass die anders mit dem Leben umgehen wo wir uns fragen okay also wie soll das eigentlich funktionieren?

00:42:13: Aber ich glaube dass auch sie einen Gefühl für sich haben wie Sie mit dem ganzen Komplexen anders umgehen und das hat nichts damit zu tun dass sie nicht erfolgreich sind.

00:42:25: Und die neue Generation, die lebt uns eigentlich vor wie es sich gehört obwohl sie es nicht toll anfühlt.

00:42:30: Weil am Ende dann ja viele Probleme sind.

00:42:32: Der eine nennt sich raus, wie soll denn das Paket gewuppt werden?

00:42:37: So und dieser Band will ist gerade so gibt's viel und wieder.

00:42:41: aber ich glaube dass es neue Wege geben wird und vielleicht braucht man auch wirklich den Urknall, den ich mir jetzt nicht vorstellen möchte der auch nicht toll sein wird.

00:42:52: Ja Das ist immer die Frage, braucht es den Knall?

00:42:56: Schaffen wir vorher das Ruder rumzureißen.

00:42:59: Wir werden sehen... Ich glaube wichtig ist wenn wir wollen dass es nicht zum Knall kommt, dass wir einfach für das Thema mentale Gesundheit sensibilisiert sind wissen, dass uns alle betreffen kann und dass es uns persönlich selbst betreffend kann insbesondere in diesem Hochleistungs- und Hochdruck Hochdruckgebiet der Medizin und natürlich auch die Mitarbeitenden, dass man selbst eben auf Grenzen schauen muss.

00:43:30: Dass man selbst auch die innere Stimme hören sollte und vielleicht auch die Mitarbeiter dazu auffordern sollte auch mal in sich reinzuhören.

00:43:40: Das wäre gut!

00:43:41: Lieber Sven ich danke dir wahnsinnig für das spannende Gespräch und die Erfahrung, wie du geteilt hast.

00:43:47: Und liebe Kolleginnen und Kollegen, ich hoffe auch Sie haben einiges mitnehmen können!

00:43:53: Ich wünsche allen noch eine gute Zeit und hoffentlich bis zum nächsten Mal!

00:43:58: Tschüss!

00:43:59: Alles Gute!

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